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450€ + Werksstudent + Kurzfristige Beschäftigung

Hallo, 

ich habe mehrere Fragen, mit denen ich bisher nicht so richtig weiter gekommen bin. 

Ich studiere momentan Vollzeit und habe seit Beginn des Jahres durchgehend einen 450€ Job.
Von April bis Juli habe ich außerdem als Werksstudentin beim Gesundheitsamt gearbeitet und dort ca 7500€ verdient.
Jetzt habe ich seit August noch eine Tätigkeit auf Basis einer kurzfristigen Beschäftigung und da ca 1900€ verdient.

Den 450€ Job und die Tätigkeit auf kurzfristiger Beschäftigung übe ich momentan noch aus...


Wie werden die Tätigkeiten steuerlich betrachtet?
Muss ich da etwas beachten? 
Wie viel Geld "kann" ich dieses Jahr noch verdienen, ohne, dass mögliche Grenzen überschritten werden etc.?

Gibt es (Renten)Versicherungstechnisch etwas, das ich beachten muss?
Muss ich dort evtl. etwas (nach) zahlen?

Falls ihr nicht die richtigen Ansprechpartner seid - an wen kann ich mich denn am besten wenden?

isa: 17.11.2020 |
  • RE: 450€ + Werksstudent + Kurzfristige Beschäftigung

    Hallo Isa,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung (SV) und beim Finanzamt angemeldet werden.

    Dabei sind für deine korrekte Anmeldung in den Bereichen Steuern und Sozialversicherung deine Arbeitgeber_innen zuständig, nicht du. Sie sind auch dafür zuständig, eventuell fällig werdende Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer abzuführen.
    Du bist lediglich verpflichtet, ihnen die dafür notwendigen Informationen zu geben (wie deine Immabescheinigung, Steuer-ID, andere Jobs mitteilen etc.). Bist du deinen Informations- und Meldepflichten immer nachgekommen, kannst du davon ausgehen, dass du sehr wahrscheinlich in allen Jobs korrekt angemeldet und abgerechnet wurdest. Du musst dich dann um nichts weiter kümmern.

    Hattest du bei parallel laufenden Beschäftigungen in unterschiedlichen Lohnsteuerklassen ggf. hohe Abzüge, kannst du sämtliche zu viel eingezogenen Steuern am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen. Der Steuergrundfreibetrag beträgt für dieses Jahr 9408€ (plus 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung).
    In der Steuererklärung kannst du dann ggf. auch noch Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten geltend machen, so dass es durchaus nicht ungewöhnlich ist, auch bei einem Gesamtbruttoeinkommen von 12.000 oder 13.000 € im Jahr noch keine Einkommenssteuer zahlen zu müssen bzw. zu viel abgeführte Lohnsteuer zurückzubekommen.

    Welche Auswirkungen welcher Job und welche Jobkombi in der Sozialversicherung hat, hängt maßgeblich von der Art der einzelnen Beschäftigungen ab.
    450€-Minijobs sind bis auf 3,6% Rentenversicherung (RV) sozialversicherungsfrei. Von der RV kannst du dich hier auch befreien lassen, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus.
    Einkommen aus kurzfristige Beschäftigung ist grundsätzlich - unabhängig von der Höhe - sozialversicherungsfrei.
    Beides sind sogenannte geringfügige Beschäftigungen, die grundsätzlich getrennt voneinander betrachtet und abgerechnet werden. Du kannst sie problemlos nebeneinander oder nacheinander ausüben.

    Auch ein zusätzlicher Werkstudijob (Gehalt >450€/Monat, nicht kurzfristig) ist problemlos möglich. Hier ist lediglich die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit aus allen Jobs zusammen zu beachten. Solange du insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du als Werkstudentin angemeldet. Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich.
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt daraus 9,3% RV an, keine gehaltsabhängigen Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV).

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 20.11.2020


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