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kurzfristige Beschäftigung gleichzeitig mit Werkstudentenjob

Hallo,

ich arbeite zur Zeit in einer kurzfristigen Beschäftigung mit maximal 60 Tagen pro Jahr. Nun habe ich die Möglichkeit, noch einen weiteren Job als Werkstudentin anzunehmen. 

Ist dies überhaupt erlaubt und wie sieht das steuerlich aus?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Ella: 16.11.2020 |
  • RE: kurzfristige Beschäftigung gleichzeitig mit Werkstudentenjob

    Hallo Ella,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung (SV) angemeldet werden.

    Dabei hat die Aufnahme eines Werkstudijobs (Gehalt >450€/Monat) in der SV keinen Einfluss auf deine kurzfristige Beschäftigung. Beide Jobarten werden für sich betrachtet und die kurzfristige Beschäftigung bleibt auch in der Kombi sozialversicherungsfrei. Die Arbeitszeit aus beiden Jobs wird aber zusammengerechnet. Solange deine regelmäßige Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20h/Woche beträgt, wirst du im Werkstudijob als Werkstudentin angemeldet. Dann fallen auf dein Gehalt dort nur 9,3% Rentenversicherung (RV) an, aber keine Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversiuchern musst du dich dann ggf. selbst auf eigene Kosten.

    Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt nämlich 455€/Monat (das entspricht ca. 538€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Ab 2021 sind es 470€/Monat (ca. 553€/Monat brutto). Einkommen aus kurzfristiger Beschäftigung zählt hier nicht mithinein, es ist ij der Kombi also nur das Gehalt aus deinem werkstudijob relevant. Verdienst du dort mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 100€/Monat).

    Zudem sind beide Jobarten steuerpflichtig und werden über deine Steuer-ID abgerechnet, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest. Deshalb empfiehlt es sich, den Job mit dem höheren Einkommen als Hauptjob anzugeben und über die LSK 1 abrechnen zu lassen.
    Du kannst aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Um den doch recht hohen Steuereinzug über deine LSK 6 zu vermeiden, kannst du außerdem versuchen, beim zuständigen Finanzamt einen Übertrag eines Teils deines Freibetrags auf die LSK 6 zu beantragen. Schau mal hier unter Freibeträge flexibel handhaben.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 20.11.2020


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