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Studentische Aushilfe unter 450€

Hallo, ich habe vor ca 3 Wochen meinen neuen Vertrag als Studentische Aushilfe unterschrieben. In diesem Vetrag steht, dass ich maximal 20 Stunden die Woche arbeiten darf. Meine Frage ist nun, wenn ich als Studentische Aushilfe monatlich immer unter 450€ bleibe, muss ich dann trotzdem in die RV einzahlen? 

Jocelyn: 16.11.2020 |
  • RE: Studentische Aushilfe unter 450€

    Hallo Jocelyn,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn dein monatliches Einkommen im Job immer unter 450€/Monat liegt, handelt es sich um einen Minijob. Hier fallen bis auch 3,6% Rentenversicherung (RV) keine Sozialversicherungsbeiträge an. Von der RV kannst du dich im Minijob auch befreien lassen, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus.

    Da dich dein_e Arbeitgeber_in als Minijobberin anders anmelden muss als als Werkstudentin und selbst auch andere Sozialverwsicherungsabgaben zahlen muss, solltest du das unbedingt rücksprechen, wenn du explizit einen Minijob haben und grundsätzlich unter 450€/Monat bleiben möchtest. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte eine solche Absprache auch schriftlich, am besten im Vertrag festgehalten werden.

    Aktuell könnte dich dein_e Arbeitgeber_in mit dieser Formulierung im Vertrag auch dazu verpflichten so viel zu arbeiten, dass du über 450€/Monat kommst. Auch wenn die Praxis in der Realität oft eine andere ist, sind rechtlich gesehen Abweichungen um mehr als 20 Prozent nach unten bei vereinbarten wöchentlichen Höchstarbeitszeiten eigentlich unzulässig. Und bei 16h/Woche ( 20h/Woche minus 20 Prozent) kämst du auf jeden Fall über die 450€/Monat.
    Beachte: Mit der Vertragsunterzeichnung hast du dich zur Erbringung der vereinbarten Arbeitsleistung verpflichtet und dein_e Arbeitgeber_in dazu, dir diese Arbeitsleistung abzunehmen und zu vergüten.
    Im Zweifel kannst du eine Verringerung deiner wöchentlichen Arbeitszeit auch bei Teilzeitverträgen beantragen. Das kann dein_e Arbeitgeber_in nur verweigern, wenn dringende betriebliche Gründe dagegensprechen.

    Sobald du in deinem Job mehr als 450€/Monat verdienst und nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du nicht als Minijobberin, sondern als Werkstudentin angemeldet. Dann fallen auf dein Gehalt 9,3% RV an.Davon kannst du dich nicht befreien lassen.

    Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt übrigens 455€/Monat (das entspricht ca. 538€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Ab Januar 2021 wird die Einkommensgrenze auf 470€/Monat (das entspricht dann ca. 553€/Monat brutto) angehoben. Verdienst du mehr, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (um die 100€/Monat).

    Nutze auch unser Beratungsangebot in deiner Nähe. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich ggf. dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 19.11.2020


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