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Geldverdienen auf welche Weise?

Hallo,

ich habe mal eine Frage bezüglich des "mehr" Geld verdienens beim Studium.

Ich bin 34 Jahre alt und habe mich für ein Zweitstudium entschieden.

Derzeit arbeite ich Teilzeit mit 32 Stunden, muss das aber runterkürzen, wenn ich dann wieder studiere und Vollzeitstudent werde

Meine Frage ist, wie viel darf ich denn als Student verdienen? Ich bräuchte um die 800 €, lieber mehr, da wir momentan in einer sehr teueren Wohnung wohnen, die wir als zwei Vollvderdiener angemietet hatten. Alleine kann man die Miete nicht stemmen. Und ich als Zweitstudent ja auch noch Gebühren bezahle.

Ich frage mich also, was ist die beste Variante für meinen Nebenjob. Ist es die Werkstudent-Option (allerdings meinte meinen Krankenkasse, dass ich mich dann selbst versichern muss, und mir vom Gehalt wieder ca 200€ abgehen. Was ja sinnfrei wäre, wenn ich nur 600€ verdiene.)

Oder gehe ich auf 450€, dann kann ich mich über meinen Mann versichern, habe aber zu wenig Geld für die Miete/Gebühren.

Ich habe kein Problem steuern zu zahlen, aber ich weiß nicht, wie ich z.B. auf ein Gehalt von 800€ oder mehr komme, aber noch als Student zähle. 

Vielleicht über den Stundenlohn? Aber wie rechnet man das mit Brutto-Netto?

Ich bin verwirrt.

Vielen Dank im Voraus!

skalli: 14.10.2020 |
  • RE: Geldverdienen auf welche Weise?

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung sowie deiner Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort herangezogen. Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudentin nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudentin angemeldet.

    Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich, wenn du nicht familienversichert sein kannst, selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + Familienversicherung ODER eigene KV/PV. Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 455€/Monat (das entspricht ca. 538€/Monat brutto) ODER 450€/Minijob. Verdienst du mehr, musst du dich selbst krankenversichern (freiwillig mind. 190€/Monat, je nach Gehaltshöhe eventuell auch mehr).

    Arbeitest du regelmäßig mehr als 20h/Woche, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt wie bisher auch anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Eine volle SV-Pflicht ist also finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin, außer dein Gehalt ist so niedrig, dass du familienversichert sein kannst (aber dann vermutlich nicht genug verdienst).
    Vielleicht kannst du in deinem Job ja fragen, ob die bereit wären, dich auf 21h/Woche zu reduzieren? Dann könntest du voll sv-pflichtig angmeldet bleiben ohne tatsächlich deutlich mehr als eine Werkstudentin zu arbeiten. Vielleicht lässt sich ja auch was bezüglich deiner Arbeitszeiten so dealen, dass du das gut mit dem Studium unter einen Hut bekommst (z.B. darüber, wenn möglich Homeoffice zu machen oder ähnliches).

    Viel Erfolg fürs Zweitstudium auf alle Fälle!

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort oder auch direkt bei deiner Mitgliedsgewerkschaft beraten lassen. Selbstverständlich kannst du dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook!
    Übrigens: Solidarität geht immer! Mitglied werden

    dgb-jugend: 15.10.2020


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