Deutscher Gewerkschaftsbund

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Krankenkassenbeiträge

Liebes Team,

ich bin 32 Jahre alt, bin Studentin und freiwillig bei der Barmer versichert. Ich habe für diesen Monat eine Überschneidung mit zwei Jobs. Einen Minijob (450€/Monat à 8h/Woche) und einen studentischen Aushilfsjob (20h/Woche à 12,50€ brutto/Stunde). Davor hatte ich nur den Minjob und habe jeden Monat um die 190€ Krankenkassenbeiträge gezahlt. Jetzt frage ich mich, ob sich meine Krankenkassenbeiträge erhöhen werden mit dem zusätzlichen zweiten Job und wenn ja, wie viel ich dann monatlich an die Krankenkasse zahlen muss. Fallen für mich sonstige Kosten an (außer der Krankenkassen-beiträge)?

Danke für eure Hilfe!

Leni: 13.10.2020 |
  • RE: Krankenkassenbeiträge

    Hallo Leni,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn sich die beiden Jobs nur für diesen Monat überschneiden, wirst du in deinem neuen Job auch während der Überschneidung als Werkstudentin angemeldet, da durch den corona-bedingten späteren Anfang der Vorlesungszeit aktuell noch vorlesungsfreie Zeit ist. Im Werkstudent_innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die Freiwillige Krankenversicherung tragen.
    Dein Minijob wird wie bisher abgerechnet.

    Die Mindestbemessungsgrundlage für den Beitrag zur freiwilligen Krankenversicherung liegt bei 1.061,67€/Monat. Solange dein Einkommen darunter liegt, ändert sich dein Beitrag nicht. Verdienst du mehr, erhöht sich dein Beitrag entsprechend. Das Einkommen aus dem Minijob zählt aber beim Krankenversicherungsanteil nicht mit dazu, nur bei der Berechnung des Pflegeversicherungsanteils (siehe auf Seite 5 im Katalog von Einnahmen und deren beitragsrechtliche Bewertung), so dass es wenn, dann kein großer Unterschied sein wird. Der Beitrag sinkt dann wieder, wenn dein Einkommen sich verringert. Sprich am besten direkt mit deiner Krankenkasse und teile ihnen dein Einkommen und das Ende des Minijobs mit.

    Und noch ein Tip, da die freiwillige Versicherung ziemlich teuer ist:
    Wenn du entweder in ein Teilzeitstudium wechselst oder deine regelmäßige Arbeitszeit auf über 20h/Woche (ob durch einen Zweitjob oder eine Stundenerhöhung, 21 oder 22h/Woche reichen da schon) erhöhen kannst, entfällt der Werkstudent_innenstatus und du wirst im Job voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet.
    Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an! Du wärst dann über den Job kranken-, pflege- und zudem auch arbeitslosenversichert. Eine volle SV-Pflicht ist also finanziell deutlich günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem kannst du so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I) erwerben, auf die Werkstudent_innen keinen Anspruch haben.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 15.10.2020


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