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Werkstudent + Minijob + kurzfr. Beschäftigung

Hallo,

ich habe folgendes Anliegen: Im Oktober werde ich meinen Master beginnen. Ich arbeite zur Zeit einmal die Woche (Sonntags) als Minijobberin für 5 Stunden pro Woche. Zusätzlich habe ich einen Werkstudentenjob mit 15 Stunden pro Woche. Nun habe ich das Angebot zu einer kurzfristigen Beschäftigung bekommen für 3 Monate (Oktober bis Dezember). Etwa 12 Stunden pro Woche (die Zeit kann ich mir frei einteilen). So würde ich für drei Monate auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 32 Stunden kommen. 
1. Frage: Ist dies ein Problem bezüglich der 20 Stunden Regelung? Überwiegend arbeite ich ja in der Vorlesungsfreien Zeit, da ich mir die Arbeit der kurzfr. Beschäftigung selber einteilen kann.

2. Wie wirkt sich das steuertechnisch aus? Kann es passieren dass ich Steuern am Ende des Jahres nachzahlen muss? 

Und gibt es noch andere Punkte die ich beachten muss bzw. sollte? 

Vielen Dank vorab für eure Hilfe! 
Mirjam 

Mirjam: 13.09.2020 |
  • RE: Werkstudent + Minijob + kurzfr. Beschäftigung

    Hallo Mirjam,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zur Frage 1: Entscheidend für den Status „Werkstudent_in“ insgesamt ist die Frage, ob dein Studium überwiegt oder deine Erwerbstätigkeit. Die 20h-Regel ist dabei eine Orientierungsgrenze, die mögliche Ausnahmen kennt. Bei diesen Ausnahmen ist es ganz entscheidend, wann die Arbeitszeit liegt. Liegt der Teil der Arbeitszeit, der über 20h/Woche geht in den Abend- und Nachtstunden, am Wochenende oder arbeitest du ausschließlich in der vorlesungsfreien Zeit über 20h/Woche, so kann die Werkstudi-Regel weiterhin gelten. Diese Ausnahmen haben insgesamt aber die Einschränkung, dass nur in 26/Wochen pro Jahr Beschäftigung (nicht Kalenderjahr!) die 20h überschritten werden dürfen, egal wann in der Woche konkret gearbeitet wird. Wenn du sicher gehen willst, kannst du auch noch mal deine Krankenkasse fragen und dir die Auskünfte schriftlich geben lassen.

    Beachte dabei aber außerdem, dass im Übergang zwischen Bachelor und Master nicht automatisch die Werkstudierenden-Regel gilt. Entscheidend ist, wann du vom Ergebnis deines Bachelors schriftlich unterrichtet wirst. Nur bis zu diesem Monat und dann wieder ab Beginn des Masterstudiums kannst du unter die Werkstudierenden-Regelung fallen.

    Das alles korrekt einzuschätzen ist aber zunächst einmal Aufgabe deiner Arbeitgeber_innen, du musst sie lediglich über deinen Studierenden-Status und deine jeweiligen anderen Tätigkeiten informieren, sodass sie dich korrekt melden können.

    Keine Sorge: das „schlimmste“ was passieren kann ist, dass in deinem Werkstudierenden-Job volle Sozialabgaben fällig werden – und nicht nur Rentenversicherungsbeiträge, also maximal 20% für dich statt maximal 9,3%. Da du dann aber auch darüber krankenversichert wärest würden wiederum deine eigenen Beiträge zur studentischen Krankenversicherung entfallen.

    Zur Frage 2: Eine kurzfristige Beschäftigung ist von allen Sozialabgaben befreit, aber steuerpflichtig. Wahrscheinlicher als der Fall, dass du Steuern nachzahlen musst ist allerdings, dass dir Steuern in der kurzfristigen Beschäftigung vorab abgezogen werden. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Mehr dazu hier. Am Ende kannst du dir zu viel gezahlte Steuern aber ggf. per Steuererklärung wieder holen bzw. auf Antrag auch einen Teil des Freibetrags auf andere Tätigkeiten übertragen.

    Mehr zum Thema Jobkombination insgesamt kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 16.09.2020


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