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Werkstudent + Freiberufler

Hallo,

ich bin seit zwei Monaten in einem Werkstudentenverhältnis und habe mich ebenfalls freiberuflich selbstständig mit Reitstunden gemacht.Ich halte mit meiner Werkstudentenstelle und den wöchentlichen Reitstunden die 20hproWoche-Regel ohne Probleme ein, nun möchte ich das Angebot meiner Reitstunden ausweiten und einmal im Monat ein Reiter-Wochenende für Kinder anbieten. Wäre das mit der 26WochenproJahrVollzeit-Regelung möglich?

Wie sieht es steuerlich für mich aus? Mit meiner Werkstudentenstelle verdiene ich 1140 Euro und mit den Reitstunden 160 Euro im Monat. Damit bin ich bereits über dem jährlichen Freibetrag und zahle Steuern, die ich mir aber durch meine Ausgaben ohne Probleme wiederholen kann.

Mit dem Reiterwochenende würde ich zusätzlich ca 500 Euro im Monat machen. Wäre dies ein Problem?

Gilt die 26WochenproJahrVollzeit-Regelung nur für ein Angestelltenverhältnis?

Ich bin auch bereits studentisch selbst versichert, dies würde sich durch die höheren Einnahmen nicht ändern?

Laura23: 12.09.2020 |
  • RE: Werkstudent + Freiberufler

    Hallo Laura,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Um die Werkstudent_innen-Regelung und damit deine studentische Krankenversicherung musst du dir vermutlich keine Gedanken machen. Bei einer Kombination mit einer abhängigen Beschäftigung (=Werkstudi-Stelle) gelten die Regelungen – und damit auch die Ausnahmen für die möglichen Überschreitung am Wochenende in maximal 26 pro Jahr – auch für selbstständige Tätigkeiten. Erst wenn deine selbstständige Tätigkeit die abhängige Beschäftigung deutlich überwiegt könnte sich daran wieder etwas ändern. Wenn du sicher gehen willst, kannst du aber auch nochmal bei deiner Krankenkasse nachfragen und dir die Auskünfte schriftlich geben lassen.

    Was unter Umständen allerdings wichtig werden könnte ist die Frage, ob du mit deiner selbstständigen Tätigkeit rentenversicherungspflichtig werden könntest. Bestimmte freiberufliche Tätigkeiten fallen nämlich ab 450€ Gewinn unter die Rentenversicherungspflicht, was hohe Abgaben zur Folge hat, denn der Satz liegt bei 18,6%. Dazu gehören „lehrende Tätigkeiten“ und der Begriff wird hier laut Rentenversicherung weit ausgelegt. Mehr Informationen dazu findest du hier und bei der Deutschen Rentenversicherung. Dort kannst du auch nachfragen, wie sich das in deinem Fall gestaltet.

    Was die Steuern angeht, so sind alle deine Einnahmen prinzipiell steuerpflichtig. Wie du aber richtig schreibst, kannst du vom Umsatz aus Selbstständigkeit noch Betriebsausgaben geltend machen (es zählt der Gewinn). Von den Einnahmen aus abhängiger Beschäftigung werden außerdem noch mindestens 1.000 € Werbungskosten abgezogen. Hinzu kommen u.U. noch Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen. Nur auf den Teil, der nach all diesen Abzügen noch den jährlichen Freibetrag übersteigt, werden dann Steuern fällig. Ermittelt wird das alles nächstes Jahr per Steuererklärung.

     

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du auf unseren Unterseiten zum Thema sowie in unserer Broschüre „Selbstständigkeit und Studium“. Dort findest du auf S. 23 eine „Gründungs-Checkliste“ in der Schritt für Schritt erklärt wird, was du alles beachten musst.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort nutzen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 16.09.2020


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