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Teilzeitjob, Werkstudententätigkeit und Minijob

Hallo zusammen,

ich über zurzeit eine Werkstudententätigkeit und einen Minijob (befristet bis Ende des Jahres) aus.
Ab dem nächsten Monat habe ich noch einen Teilzeitjob mit 20 Stunden angenommen.


Welche Auswirkungen hat das? Wie würden sich die Abzüge verändern?
Ist dann die Werkstudententätigkeit wegen der 20h-Regel überhaupt noch möglich?
Oder wäre es besser die Werkstudententätigkeit auf einen zweiten Minijob zu reduzieren?
Und ist es richtig, dass ich aus der studentischen Krankenversicherung rausfalle?


Ich danke euch für eure Antwort.

Viele Grüße!

Monika: 09.09.2020 |
  • RE: Teilzeitjob, Werkstudententätigkeit und Minijob

    Hallo Monika,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Du hast insgesamt in der Sozialversicherung entweder den Status Werkstundentin oder nicht. Alle Beschäftigungen, die nicht Minijobs oder kurzfristige Beschäftigungen sind, sind dann entweder nur rentenversicherungspflichtig (für dich maximal 9,3%) oder voll sozialversicherungspflichtig (je nach Einkommenshöhe bis zu 20%). „Maximal“ da es bis 1.300€ einen sogenannten Übergangsbereich gibt, der deine Beiträge etwas reduziert – für die Arbeitgeber_innen-Seite fällt immer ihr voller Anteil an.

    Werkstudentin bist du nur so lange, wie du nicht regelmäßig mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitest. Regelmäßig heißt dabei, dass es Ausnahmen gibt: für Überschreitungen in den Abend- und Nachstunden, am Wochenende und in der vorlesungsfreien Zeit, insgesamt maximal 26 Wochen pro Beschäftigungsjahr. Ausführlich erläutert findest du das hier.

    Ob die Ausnahmen bei dir greifen, müssen deine Arbeitgeber_innen beurteilen, du musst ihnen deine jeweiligen anderen Beschäftigungen deshalb mitteilen. Du kannst außerdem auch selbst deine Krankenkasse fragen, wie sie das einschätzt und dir die Auskünfte schriftlich geben lassen.

    Wenn du voll sozialversicherungspflichtig werden würdest, so hieße das tatsächlich, dass du (zeitweise) aus der studentischen Krankenversicherung fallen würdest. Deine Krankenversicherung läuft dann über die Jobs. Du müsstest dann aber natürlich auch deine Beiträge dort nicht zahlen. Ob das im Endeffekt teurer für dich wäre kannst du also ausrechnen, indem du vergleichst wie viele Abgaben du ausschließlich mit Rentenversicherung hättest und wie viele mit vollen Sozialabgaben – und die Differenz dann ins Verhältnis setzt zu deinen derzeitigen Kosten für die Krankenversicherung.

    In jedem Fall enden deine bisherigen Tätigkeiten nicht einfach, selbst wenn du (zeitweise) den Status Werkstudentin verlieren würdest. Es ist auch Studierenden nicht verboten, mehr zu arbeiten als 20 Stunden. Und ein Wechsel im Status in der Sozialversicherung allein ist kein Kündigungsgrund.

    Wenn du zwei Minijobs hättest (beide unter 450€, aber zusammen über 450€), dann gäbe es gar keinen Minijob mehr, sondern beide würden in der Sozialversicherung zusammen genauso angesehen wie eine Beschäftigung, (siehe auch hier, Fall 4) – eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht und auch eine Pauschalversteuerung wären dann nicht mehr möglich. Für die Frage nach dem Status „Werkstudentin“ ist es aber egal, ob es sich um einen Minijob handelt, hier zählt die Arbeitszeit aus allen Tätigkeiten zusammen.

    Mehr zum Thema Jobkombination, auch was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 15.09.2020


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