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Wöchentliche Arbeitszeit

Hallo,

ich befinde mich ab den 1.10 im 7. Semester und würde im Januar mit meiner Bachelorarbeit beginnen. Zudem habe ich bereits alle Module bestanden und hätte keine Vorlesungen mehr. Dürfte ich bis zum Dezember 40 Stunden die Woche trotzdem als Werkstudentin weiterarbeiten? 

Vielen Dank!

Sabine: 09.09.2020 |
  • RE: Wöchentliche Arbeitszeit

    Hallo Sabine,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort im Job.
    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als vollzeitimmatrikulierte Studentin während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudentin angemeldet.
    Arbeitest du regelmäßig mehr oder gar Vollzeit während der Vorlesungszeit, kannst du nicht mehr als Werkstudentin angemeldet werden. Ob du selbst noch Vorlesungen mehr besuchen musst oder nicht, spielt dafür keine Rolle.

    Du kannst also schon 40h/Woche arbeiten, aber nicht im Werkstudent_innenstatus. Du musst dann im Job voll soziaversicherungspflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet werden (Ausnahme: geringfügige Jobs, also 450e-Minijobs oder kurzfristige Beschäftigungen - die sind aufgrund der Geringfügkeit sozialversicherungsfrei).

    Eine volle SV-Pflicht ist aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Die volle SV-Pflicht also - abhängig von der Einkomenshöhe - gar nicht so viel teurer und oftmals sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen keinen Anspruch haben.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 10.09.2020


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