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Nebenberufliche SHK-Stelle demnächst über 450€

Liebe DGB,
Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich habe viele feste Ausgaben für Altlasten und muss daher mein Studium langsamer angehen um nebenher genug zu verdienen. Ich bin fest angestellt und verdiene dort zwischen 900 und 1000€. Seit fast einem Jahr zusätzlich SHK unterhalb 450€, wo lediglich etwas an Lohnsteuer abgeht. Nun werden Stunden aufgestockt bei meiner SHK-Stelle und ich werde über 450€ kommen. Verstehe ich das richtig, dass die SHK-Stelle damit als normaler Nebenberuf gewertet wird und die vollen Abgaben für Steuerklasse 6 gelten? Also auch Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung? Laut Brutto-Netto-Rechner hätte ich dann weniger Netto obwohl ich 2 Wochenstunden mehr arbeite :/ 
Vielen Dank und herzliche Grüße

D_S: 25.06.2020 |
  • RE: Nebenberufliche SHK-Stelle demnächst über 450€

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du wegen der Überschreitung der 20h-Regel (hier zählt die Arbeitszeit aus allen Jobs zusammen, egal wieviel du jeweils verdienst) im ersten Job bereits voll sozialversicherungspflichtig bist und nun den zusätzlichen 450€-Minijob so aufstockst, dass du damit brutto über die 450€/Monat kommst, wird auch der Zweitjob voll sozialversicherungspflichtig.

    Das bedeutet, dass dann zukünftig von beiden Jobs die vollen SV-Beiträge in die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fälig werden.
    Zudem entfällt in deinem Hauptjob die günstigere Berechnung der SV-Beiträge im Midijob, da dann beide Gehälter in der SV zusammengerechnet werden und du so über die Grenze von 1.300€ im sogenannten Übergangsbereich kommst.

    Das kann im Einzelfall dann tatsächlich insgesamt weniger Netto trotz höherer Gesamtarbeitszeit bedeuten. Mit den höheren Abgaben sind im Bedarfsfall dafür höhere Ansprüche, z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I, verbunden. Ob sich das für dich rechnet, musst du selbst entscheiden. 

    Mit Steuern und der Steuerklasse 6 hat das nichts zu tun, das bezieht sich allein auf den Bereich Sozialversicherung.

    Die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 kommt immer dann zu tragen, wenn du mehrere Jobs über deine Steuer-ID hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. Das bleibt auch so, wenn du im Zweitjob über 450€/Monat verdienst.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort direkt beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 26.06.2020


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