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Angestellt als Werkstudent oder Festangestellt Teilzeit

Hallo,

Mein Name ist Aline und ich werde im Juli 25, dh. ich muss mich sowieso selbst als Student versichern. 

Ich habe bald einen neuen Job der ca 20h die Woche umfasst. dem Arbeitgeber ist es egal wie er mich anmeldet, es gibt die Möglichkeit als Werkstudent oder festangestellt in Teilzeit. 

Jetzt meine Frage was sinnvoller für mich ist? Abzüge sind ja in etwa die gleichen, habe ich mal bei einem Rechner geschaut. 

Gibt es irgendwelche Vor- oder Nachteile bei den jeweiligen Anstellungsarten und wo springt am Ende mehr für mich raus?
Liegt es vielleicht daran, dass man als Werkstudent seine Abzüge am Ende des Jahres wiederbekommt?

Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Aline: 19.05.2020 |
  • RE: Angestellt als Werkstudent oder Festangestellt Teilzeit

    Hallo Aline,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Mit 20h pro Woche bist du genau an der Grenze der Werkstudent_innen-Regel. Rein rechtlich steht es weder dir noch deiner Arbeitgeber_in frei, zu entscheiden ob du unter die Regel fällst oder nicht. Denn theoretisch kann nur eins von beidem „objektiv“ auf dich zutreffen: entweder studierst du hauptsächlich oder du arbeitest vorwiegend. Der Regelfall, um das zu entscheiden, ist: arbeitest du regelmäßig mehr als 20h/Woche, dann steht aus Sicht der Sozialversicherung nicht mehr dein Studium im Vordergrund. Arbeitest du 20h oder weniger, gehen sie davon aus, dass du hauptsächlich studierst. Häufig akzeptieren Krankenkassen aber einfach, was die Arbeitgeber_innen anmelden.

    Welche Variante für dich nun vorteilhafter ist, hängt ein wenig davon ab, wie viel du verdienst. Denn die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge im Status „Werkstudent_in“ übernimmst du komplett selbst (studentische Krankenversicherung) und betragen, egal wie hoch dein Einkommen ist, 100-110€ pro Monat. Im Job fallen dann nur Rentenversicherungsbeiträge an.

    Wenn du nicht als Werkstudent_in, sondern voll sozialversicherungspflichtig gemeldet bist, fallen für dich Abgaben in alle Zweige der Sozialversicherung an, neben der Rentenversicherung (RV, 9,3%) auch die

    Diese Prozentwerte reduzieren sich für dich im Übergangsbereich bis 1.300€ allerdings noch ein wenig. Und es entstehen natürlich auch die entsprechenden Ansprüche, die Werkstudierende nicht haben, z.B. auf Krankengeld (d.h. nach 6 Wochen Krankheit zahlt die Krankenkasse einen Teil des Lohns weiter) und evt. auf Arbeitslosengeld nach dem Studium, bzw. auf Kurzarbeiter_innen-Geld.

    Mit einem Übergangsbereich-Rechner kannst du nun also ausrechnen ab welchem Einkommen deine Sozialabgaben (KV, PV, AV) im Job höher liegen als die 100-110€, die für die studentische Krankenversicherung anfallen würden (die Rentenversicherungsbeiträge kannst du dabei ignorieren, die musst du in beiden Varianten in selber Höhe bezahlen).

    Als Daumenregel lässt sich sagen, dass bei Jobs bis 900€ Bruttoeinkommen sich in der Regel (rein finanziell) eine Anmeldung als voll-sozialversicherungspflichtig auf jeden Fall lohnt, darüber aber evt. trotzdem immer noch.

    Am Ende des Jahres rückerstatten lassen können sich Werkstudierende nichts, was sich nicht auch andere rückerstatten lassen könnten. Dabei geht’s nämlich meist um die Steuern und hier gibt es keine Sonderregeln für Studierende.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 20.05.2020


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