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Wie wird der Werstudentenstatus geprüft

Hallo,

ich würde gerne wissen, wie genau die Überschreitung der 20 Stunden Grenze für die Beibehaltung des Werkstudentenstatus geprüft wird.

Ich arbeite aktuell 17 Stunden die Woche als Werkstudent. Zusätzlich dazu will ich jetzt als studentische Hilfskraft arbeiten.

Im Vertrag für die Tätigkeit als studentische Hilfskraft steht eine wöchentliche Arbeitszeit von 5 Stunden. Wie viel ich letzten Endes tatsächlich arbeite ist jedoch flexibel.

Kann ich den Vertrag so unterschreiben, und dann nur 3 Stunden pro Woche arbeiten? Oder schaut die Sozialversicherung für die Ermittlung des Werkstudentenstatus nur auf die in den Verträgen angegebene Zeit, sodass ich mit 17 + 5 Stunden das Werkstudentenprivileg verliere?

Und bezüglich der Anmeldung in der Sozialversicherung. Muss ich meiner Firma mitteilen, dass ich einen zweiten Job als studentische Hilfskraft anfange, und muss die Firma mich dann irgendwie neu/ anders anmelden. Muss die Hochschule wissen, dass ich Werkstudent bin?

Zuletzt noch eine Frage. Wie schaut es mit Überstunden aus? Kann ich z.B. zwei Wochen in einem Monat 25 Stunden arbeiten, die anderen beiden dafür 15, sodass ich im Durchschnitt bei 20 liege?

Vielen herzlichen Dank für eure Hilfe.

Daniel: 18.05.2020 |
  • RE: Wie wird der Werstudentenstatus geprüft

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Für deine korrekte Anmeldung in der Sozialversicherung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Damit sind auch sie die erste Instanz, die u.a. anhand der 20h-Regel prüfen, wie du anzumelden bist.
    Gesetzlich bist du im Rahmen der Auskunftspflicht verpflichtet, allen deinen Arbeitgeber_innen alle dafür notwendigen Informationen und ggf. Nachweise zukommen zu lassen, wie andere Jobs, ggf. Gehaltshöhe und Stundenumfang, Immabescheinigung etc.

    Die Sozialversicherung selbst prüft das in der Regel nur bei Unstimmigkeiten, auf Antrag oder im Rahmen einer Betriebsprüfung.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort.
    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudent nicht mehr als 20h/Woche arbeitest (Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich). Dann wirst du im Job als Werkstudent angemeldet.
    Arbeitest du regelmäßig mehr, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet.

    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job nicht nur renten-, sondern auch kranken- und arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent (soviel zum sogenannten Werkstudierenden"privileg"). Außerdem erwirbst du bei voller SV-Pflicht Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld, Kurzarbeitsgeld oder später ggf. Alg I), auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben.

    Dies gilt nur für grundsätzlich sv-pflichtige Jobs (nicht kurzfristig, Gehalt >450€/Monat). Geringfügige Beschäftigungen werden nach eigenen Regeln abgerechnet.

    Wenn du nun zusätzlich zu deinem Werkstudijob mit 17h/Woche (Job A) einen weiteren Job mit 3-5h/Woche (Job B) aufnimmst, ist Job B vermutlich ein Minijob. Minijobs werden Jobs genannt, in denen du nicht mehr als 450€/Monat vedienst. Sie sind bis auf 3,6% RV sozialversicherungsfrei - unabhängg davon, ob du in Job A Werkstudent oder voll sv-pflichtig bist. Von der RV kannst du dich im Minijob auch befreien lassen, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus.

    Ob die Aufnahme des Minijobs an der Uni in Job A dazu führt, dass der Werkstudierendenstatus entfällt, lässt sich nicht pauschal sagen. Wenn du an der Uni tatsächlich nur 3h/Woche arbeitest, solltest du das vertraglich auch so vereinbaren. Wenn 5h/Woche vereinbart sind und auch vergütet werden, gilt das erstmal als deine Arbeitszeit und es ist wahrscheinlich, dass Job A das als Grund sieht, dass die 20h/Woche überschritten wird. Wenn du dir von der Uni extra bestätigen lassen müsstest, dass du dort nur 3h/Woche arbeitest, kann das auch gleich so in den Arbeitsvertrag dort, das verhindert Fragezeichen und Zweifel.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 19.05.2020


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