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Tagesaushilfe und Minijob

Hallo liebes Team,

aufgrund von Corona ist mein Werkstudentenvertrag auf einen studentisches Verhältnis als Tagesaushilfe reduziert worden - in meinem aktuellen Arbeitsverhältnis arbeite ich nur noch höchstens 6 Stunden die Woche. Ich hätte jetzt die Möglichkeit einen zweiten Job in Form eines 450€ Vertrags zu bekommen. 
jetzt ist meine Frage: ist das möglich und müsste ich dann Sozialabgaben zahlen, auch wenn ich unter 20 Stunden die Woche bleibe?

Antonia: 12.05.2020 |
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  • RE: Tagesaushilfe und Minijob

    Hallo Antonia,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Welche Auswirkungen die Jobkombi in den unterschiedlichen Bereichen Steuern und Sozialversicherung hätte, hängt maßgeblich von Art und Umfang der einzelnen Beschäftigungen und der jeweiligen sowie gesamten Einkommenshöhe ab.

    Wenn du in beiden Jobs nicht mehr als jeweils 450€/Monat verdienst, handelt es sich bei beiden um geringfügige Beschäftigungen/Minijobs. Diese werden in der Sozialversicherung (SV) zusammengerechnet. Kommst du dann insgesamt auf über 450€/Monat, entfällt der Minijobstatus für beide Jobs.

    Solange du mit beiden Jobs zusammen insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du in beiden als Werkstudentin angemeldet. Dann fallen auf beide Gehälter je 9,3% Rentenversicherungsbeiträge an.

    Zudem müssen dann allerdings beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Wenn du in deinem bisherigen, nun reduzierten Job noch über 450€/Monat verdienen solltest, würde sich dort durch die Aufnahme eines zusätzlichen Minijobs nichts verändern. Du würdest dann weiterhin als Werkstudentin abgerechnet werden und im neuen Job als Minijobberin. Und falls du in beiden Jobs zusammen nicht mehr als 450€/Monat, würden beide nach Minijobregeln abgerechnet werden.

    Steuerlich wäre es dann möglich, den Minijob (bzw. beide Minijobs) pauschal mit 2% zu versteuern. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Nur wenn beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du in einem der beiden in Steuerklasse 6.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 14.05.2020


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