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Studentische Hilfskraft + Selbstständigkeit

Hallo in die Runde!

Ich bin 26 und Design Student im Master, Semester. Seit einiger Zeit bin ich als studentische Hilfskraft mit 55h pro Monat und nebenbei selbstständig als Freelancer für Kommunikationsdesign (mit kleinunternehmerregelung) tätig. Steuererklärung mache ich natürlich jedes Jahr. 

Über meine feste Anstellung als studentische Hilfskraft, in der ich mehr als 450€ verdiene, läuft meine Rentenversicherung. Familienversichert bin ich schon lang nicht mehr, meine Krankenversicherung ist bei der AOK die studentische KV mit etwa 100€ / Monat.

Folgendes Problem tritt nun auf:

Mittlerweile bekomme ich immer mehr Aufträge von verschiedenen Auftraggebern und durch den ohnehin höheren Stundensatz beim Freelancing in dieser Branche kommt da nun insgesamt mehr Einkommen am Ende des Monats zusammen, als bei meinem festen Studentenjob, obwohl ich nach wie vor die 20h Regel einhalte und die Arbeitszeit für den Studentenjob überwiegt (mit 55h/25h)

Dazu muss ich allerdings sagen, dass nicht jeden Monat Aufträge rein kommen und daher auch nicht jeden Monat die Einnahmen aus dem Freelancing überwiegen. 

Ich bin jetzt trotzdem unsicher, ob das irgendwelche Probleme machen könnte oder sich was ändert, vor allem im Bezug auf die Rentenversicherung. Da ich die 20Stunden Regel nicht überschreite und immernoch studiere, müsste bei der KV alles gleich bleiben. Ich hoffe ihr könnt mir schnellstmöglich helfen! 

Liebe Grüße, bleibt gesund! 

Superjessops: 09.05.2020 |
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  • RE: Studentische Hilfskraft + Selbstständigkeit

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Für alle, die sowohl abhängig beschäftigt als auch selbstständig tätig sind, stellt sich irgendwann die Frage was von beidem überwiegt. Das entscheidet dann darüber, worüber du dich krankenversichern musst. Zunächst ohne den Studierendenstatus zu betrachten, gilt hier, dass die Selbstständigkeit die abhängige Beschäftigung deutlich überwiegen muss, damit sie eine hauptberufliche Selbstständigkeit wird. Relevant sind hierbei die Faktoren Arbeitszeit und Einkommen, es handelt sich dann aber um eine Einzelfallentscheidung. Etwas mehr dazu kannst du hier nachlesen.

    Arbeitest du in Kombination aus abhängiger und selbstständiger Tätigkeit als Vollzeitstudierende_r regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche insgesamt, so fällst du in aller Regel weiterhin unter die Werkstudent_innen-Regel und musst/kannst dich entsprechend weiter studentisch krankenversichern. Bitte beachte hierbei, dass einige Krankenkassen bei selbstständigen Tätigkeiten längere Arbeitszeiten annehmen, als du tatsächlich für einzelne Auftraggeber_innen erbringst, da du ja noch deinen eigenen Verwaltungsaufwand sowie Tätigkeiten zur Akquise, Vor- und Nachbereitung o.ä. hast. Wenn du hier sicher gehen möchtest, kannst du deine Krankenkasse direkt fragen und dir die Auskünfte schriftlich geben lassen.

    Ausführlicheres zum Thema Selbstständigkeit findest du auf unseren Unterseiten zum Thema sowie in unserer Broschüre „Selbstständigkeit und Studium“.

    Rentenversicherungsbeiträge in der abhängigen Beschäftigung sind unabhängig von der Frage, wie viel du selbstständig tätig bist. Die beiden Tätigkeiten werden komplett unabhängig voneinander betrachtet. Das heißt: die Rentenversicherungsbeiträge in der abhängigen bleiben immer bestehen. Selbstständige Tätigkeiten wiederum sind normalerweise nicht rentenversicherungspflichtig, außer es handelt sich um einen der Fälle, in denen Rentenversicherungspflicht ab 450€ regelmäßigem Gewinn eintritt (z.B. Tätigkeiten im Bildungs- und Pflegebereich). Mehr dazu hier.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 11.05.2020


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