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PJ und Werkstudent

Hallo zusammen,

ich werde in absehbarer Zukunft i.R. meines Medizinstudiums das Praktische Jahr (PJ) ableisten (das müsste ja einem Pflichpraktikum entsprechen?). Dafür werde ich vom Krankenhaus eine Sozialversicherungsfreie Praktikumsvergütung von 400€/Monat (lt Website des Krhs) + Mobilitätszuschuss (165) erhalten. Da ich davon nicht werde leben können, habe ich mir bei meiner Werkstudententätigkeit Überstunden angesammelt, die ich mir dann parallel auszahlen lasse.
Nun meine Frage:
Wird dann eine meiner Tätigkeiten in Steuerklasse I und die andere in Klasse VI eingestuft?
Oder wäre es bspw. möglich die PJ-Vergütung als MiniJob laufen zu lassen (vorausgesetzt dieser Mobilitätszuschuss wäre steuerfrei)?

Vielen Dank für die Antwort

Anonym08: 10.04.2020 |
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  • RE: PJ und Werkstudent

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn dein PJ wie ein Pflichtpraktikum behandelt wird, ist es nicht möglich, das als Minijob anzumelden. Vergütungen für Pflichtpraktika sind aber dennoch grundsätzlich sozialversicherungsfrei.
    Nur wenn das PJ einem freiwilligen Praktikum vergleichbar wäre, wäre theoretisch - bei Vorliegen der Voraussetzungen - eine Anmeldung als Minijob möglich. Durch den Mobilitätszuschuss wäre die Vergütung allerdings eigentlich bereits zu hoch. Ob dieser Teil steuerfrei ist oder nicht, spielt dabei keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle. Die besonderen Regelungen für Minijobs kommen aus dem Bereich Sozialversicherung (SV). Daher käme es darauf an, ob der Zuschuss auch sozialversicherungsfrei ist.

    Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass deine beiden Einkünfte über deine Steuer-ID abgerechnet werden müssen, so dass du eins davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Das würde übringens auch bei einem Minijob gelten, solange dieser über deine Steuer-ID abgerechnet werden würde. Minijobs sind nämlich nicht steuerfrei, sondern werden lediglich überwiegend pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden - ist also nur gefühlt steuerfrei. Wird der Minijob jedoch über die Steuer-ID abgerechnet, gilt das oben erklärte.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort. Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 14.04.2020


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