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40h als Werkstudent bis 20.04.2020?

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

aufgrund der aktuellen Situation wurde der Beginn der Präsenzveranstaltungen ja auf den 20.04.2020 verschoben. Ich stelle mir nun die Frage, ob dies bedeutet, dass die Semesterferien als verlängert gelten und ich in der Zeit bis zum 20.042020 auch 40 Stunden die Woche als Werkstudentin arbeiten gehen darf oder ob die Semesterferien dadurch nicht als verlängert gelten und ich wie üblich ab April nur noch 20 Stunden die Woche arbeiten darf. Ich bin ab dem Sommersemester 2020 Studentin im Master an der HTW Berlin.

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Cordina

Cordina: 24.03.2020 |
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  • RE: 40h als Werkstudent bis 20.04.2020?

    Hallo Cordina,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal „darfst“ du auch als Studierende so viel arbeiten, wie du möchtest. Je nach Stundenzahl hat das eventuell allerdings Auswirkungen in der Sozialversicherung. An deinem Status an der Hochschule ändert das nichts.

    Die regulären Ausnahmeregelungen für Werkstudierende besagen, dass im Einzelfall die 20h evt. überschritten werden können, wenn die überschreitende Zeit in den Abend- und Nachtstunden, am Wochenende oder in der vorlesungsfreien Zeit liegt -- und dadurch nach wie vor das Studium die Hauptbeschäftigung bleibt. Diese möglichen Ausnahmen sind nochmal auf Überschreitungen der 20h in maximal 26 Wochen pro Jahr Beschäftigung begrenzt

    Wenn nun offiziell keine vorlesungsfreie Zeit mehr ist, auch wenn keine Präsenzveranstaltungen stattfinden, so kannst du nicht automatisch davon ausgehen, dass hierbei die gleichen Regeln wie in der vorlesungsfreien Zeit gelten. Wenn z.B. Online-Angebote zur Verfügung stehen, so kann auch dies als reguläre Vorlesungszeit gelten. Die möglichen Ausnahmen der Überschreitung würden sich hier also tendenziell auf die Arbeit in Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende beschränken.

    Allgemein handelt es sich bei der 20h-Regel nicht um eine harte gesetzliche Grenze sondern um eine Orientierungsgröße, nach der entschieden wird, ob du hauptsächlich studierst oder hauptsächlich arbeitest. Eine andere Entscheidung im Einzelfall ist also immer möglich.

    Falls es nun am Ende wegen Mehrarbeit zu einem Wechsel im Status der Sozialversicherung kommt, keine Sorge: Ein Wechsel im Status in der Sozialversicherung ist kein Kündigungsgrund und auch kein Grund dich zu exmatrikulieren.

    Das Ergebnis wäre rechtlich zunächst „nur“ dass du ggf. voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmer_in angemeldet werden müsstest. Dann werden von deinem Gehalt nicht mehr nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV, bis zu 9,3%) eingezogen wie im Werkstudent_innenstatus, sondern auch Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV, insgesamt knapp 20%). Dafür müsstest du dich dann aber nicht mehr selbst krankenversichern.

    Wenn du sicher gehen möchtest, wie dein_e Arbeitgeber_in (die für die Anmeldung zuständig ist) oder die Krankenkasse (die deine Sozialabgaben beim Job einzieht) das aktuell konkret handzuhaben gedenken, kannst du auch dort direkt nachfragen und dir die Auskünfte ggf. schriftlich geben lassen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in einem unserer Büros bei dir vor Ort beraten lassen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 25.03.2020


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