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Stillgelegter Werkstudentenvertrag + Minijob

Sehr geehrte Damen und Herren,

momentan habe ich einen Werkstudierendenvertrag, welchen ich aber aufgrund einer Sanierung von Mai-September nicht ausführen kann. Mein Arbeitgeber hat mir jedoch angeboten, den Vertrag ruhen zu lassen und mir monatlich eine Aufwandsentschädigung von 40€ auszuzahlen, wenn ich den Vertrag solange bestehen lasse. Kann ich in dieser Situation einen 450€-Job von Mai-September ohne anfallende (Steuer)Kosten und Schwierigkeiten ausüben?

Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Isa

LA2020: 24.03.2020 |
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  • RE: Stillgelegter Werkstudentenvertrag + Minijob

    Hallo Isa,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn ihr euch in beiderseitigem Einverständnis darauf verständigt habt, deinen Lohn von Mai-September auf 40€ zu reduzieren, so würde es sich dabei offiziell um einen Minijob handeln, da du weniger als 450€ im Monat verdienst. Wie genau dein Arbeitgeber vorhat, das auszuzahlen und anzumelden weiß ich natürlich nicht.  

    Du kannst jederzeit auch einen oder mehrere weitere Jobs aufnehmen, du musst aber deine Arbeitgeber_innen über die jeweilige andere Tätigkeit informieren, sodass sie dich korrekt in der Sozialversicherung anmelden können. Bei der Kombination eines Minijobs mit einem anderen gilt: solange sie beide zusammen unter 450€ ergeben, werden beide unabhängig voneinander als Minijobs betrachtet. Bei der Kombination von zwei Beschäftigungen unter 450€, mit denen du zusammen mehr als 450€ verdienst, werden beide zusammen betrachtet und es gibt gar keinen Minijob mehr. Beide müssen „regulär“ angemeldet werden, was bei Studierenden die regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeiten heißt: als Werkstudent_in.

    Im Bezug auf Steuern gilt: Wenn dein Minijob über Steuer-ID abgerechnet wird und du so den Minijob gemeinsam mit deinem anderen versteuerst, so gilt für beide gemeinsam der jährliche Steuergrundfreibetrag i.H.v. 9.408€ (Stand 2020). Zu diesem hinzu kommt, dass du von deinem Einkommen noch Werbungskosten i.H.v. mindestens 1.000€ und ggf. Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben abziehen kannst. Nur derjenige Teil deines Einkommens, der dann noch den Steuerfreibetrag überschreitet wird am Ende tatsächlich besteuert, zunächst auch nur mit dem Eingangssteuersatz von 14%.
    In der Regel wird nun aber im zweiten Job Lohnsteuer eingezogen, selbst dann die Jahresfreibetragsgrenze  voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit den Steuerklassen zusammen. Zu viel gezahlte Beiträge kannst du dir am Jahresende per Steuererklärung zurückerstatten lassen oder bereits im Vorfeld auf Antrag einen Teil deines Freibetrags auf den anderen Job übertragen. Mehr dazu hier.

    Wenn dein Minijob pauschal mit 2% versteuert wird, so zählt das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in dein zu versteuerndes Jahreseinkommen, du kannst dir wiederum aber auch evt. insgesamt zu viel bezahlte Steuern nicht zurückerstatten lassen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 25.03.2020


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