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Nachweis über offene Prüfungsleistungen

Hallo!

Befinde mich zur Zeit in meinem letzten Semester, habe allerdings noch 8 Prüfungen und die Bachelor Arbeit offen. Das heißt: dieses Semester Prüfungen schreiben und nächstes dann die BA. Seit kurzem bin ich als Werkstudent beschäftigt. Und hier kommt das Problem: meine Firma will mich nicht als Werkstudenten abrechnen weil nur die Immatrikulationsbescheinigung nicht gleichgültig mit der Tatsache ist, dass noch offene Prüfungsleistungen bestehen und verlangt einen Nachweis von meiner Hochschule, dass es solche noch gibt bzw. dass ich noch keine BA angemeldet habe. Die Hochschule will mir aber keinen Nachweis ausstellen. Frage: wie gehe ich weiter vor um als Werkstudent (zurecht) abgerechnet zu werden? (als Werkstudent bleibt am Ende des Monats deutlich mehr in der Tasche. Das ist mir sehr wichtig da der Lohn bereits für einen Werkstudenten gering ist und jetzt wurden meine Stunden auch noch gekürzt wegen CORONA...)
Würde mich über konstruktive Antworten freuen.
cheers

jerry: 24.03.2020 |
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  • RE: Nachweis über offene Prüfungsleistungen

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn dein_e Arbeitgeber_in dir deine Angaben nicht glaubt ist das natürlich ein Problem, eigentlich sollte ihnen deine Immatrikulationsbescheinigung und deine Erklärung reichen. Folgende Ideen hätte ich spontan:

    • gibt es einen Betriebsrat? Dann sprich doch am besten mal mit diesem. Dieser vertritt die Interessen der Arbeitnehmer_innen im Betrieb.
    • du könntest ihnen noch einmal schriftlich erklären, dass dir Prüfungen fehlen und wann du voraussichtlich frühestens über das Endergebnis deines Bachelors offiziell informiert wirst (das ist nämlich der Zeitpunkt, ab dem die Werkstudierenden-Regel nicht mehr greift).
    • du könntest ihnen auch ein aktuelles Transcript of Records o.ä. vorlegen, aus dem ersichtlich ist, dass noch Leistungen fehlen
    • du könntest dich direkt bei deiner Krankenkasse informieren, ob sie dich auch weiterhin als Werkstudi sehen, dir die Auskünfte schriftlich geben lassen und sie dem Betrieb weiterleiten
    • du könntest nochmal genau ausrechnen, ob/wie viel Geld du tatsächlich weniger hättest am Ende des Monats. Die Sozialversicherungsbeiträge für deinen Job würden zwar nämlich steigen. Gleichzeitig zahlst du auch jetzt schon Rentenversicherungsbeiträge (bis zu 9,3%) und bist vermutlich selbst studentisch kranken- und pflegeversichert (ca. 100-110€ pro Monat). Wenn jetzt die restlichen Sozialabgaben über den Job (Krankenversicherung max, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung) nicht höher liegen als deine derzeitigen eigenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, dann wäre das insgesamt für dich sogar günstiger, nicht als Werkstudi gewertet zu werden. Deine eigenen Krankenkassenbeiträge fallen dann nämlich weg. Wie hoch deine tatsächlichen Beiträge liegen kannst du z.B. in einem „Übergangsbereich-Rechner“, die du bei Google findest, ausrechnen. Bis 1.300€ Einkommen zahlst du als Arbeitnehmer_in nämlich nicht deinen vollen Teil, sondern einen reduzierten Beitrag.

    Was die Stundenkürzung wegen Corona angeht, so kannst du natürlich auch dabei in Frage stellen, ob das so rechtmäßig ist. Denn zunächst einmal hast du ein Anrecht darauf, für diejenigen Stunden bezahlt zu werden, die ihr vereinbart habt. Das wirtschaftliche Risiko auch bei veränderten Auftragslagen o.ä. trägt erstmal der Betrieb, nicht du. Eine Vertragsänderung geht grundsätzlich nur mit deiner Zustimmung (die sie aber im schlimmsten Fall mit einer „Änderungskündigung“ deutlicher „einfordern“ könnten). Lies dir doch dazu am besten unsere Hinweise zu Entgeltfortzahlung und Kündigung in den FAQs zu Corona durch.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 25.03.2020


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