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Studentenstatus und Versicherung

Liebes Team, 

ich habe ab diesem Monat einen befristeten Arbeitsvertrag in Vollzeit von 4 Monaten bekommen (mit evtl. Verlängerung) und bin gleichzeitig immatrikuliert.
1. Frage: muss ich mich aus steuerlichen Gründen exmatrikulieren lassen?
2. Frage: Ich bin aktuell über meinen Papa privat versichert und müsste mich aufgrund der Vollzeit Tätigkeit alleine versichern lassen, ist das korrekt?
3. Frage: Ich hätte aufgrund meines Gehaltes die Möglichkeit mich weiter privat versichern zu lassen, somit müsste ich die KK nicht ändern. Aber ich habe gehört dass bei einem Wechsel der KK alle vorigen Rentenversicherungsbeiträge praktisch annulliert werden, ist das korrekt? Außerdem soll auch ein späterer Wechsel zu einer gesetzlichen Krankenkasse "schwieriger" sein, oder?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

LG
Laura 

LauraM.: 24.03.2020 |
  • RE: Studentenstatus und Versicherung

    Hallo Laura,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Und auch steuerlich macht es keinen Unterschied, ob du immatrikuliert bist oder nicht. Einkommenssteuer wird für denjenigen Teil des Einkommens fällig, der den jährlichen Grundfreibetrag von derzeit 9.408€ (2020) plus Werbungskostenpauschale von 1.000€ und ggf. Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen überschreitet.

    Einen Unterschied gibt es aber in der Sozialversicherung und damit auch in der Krankenversicherung. Wer regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeitet, was bei einer Vollzeitstelle unbestreitbar der Fall sein dürfte, fällt nicht mehr unter den Status „Werkstudierende_r“ in der Sozialversicherung.

    Auch immatrikulierte Student_innen zählen in der Sozialversicherung dann als ganz normale Arbeitnehmer_innen und sind damit gemeinsam mit ihrem_r Arbeitgeber_in zu den vollen Abgaben verpflichtet (auch in die Krankenversicherung), insgesamt jeweils knapp 20%. Das bedeutet: es entsteht eine Krankenversicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse über den Job.

    Diese erlischt in der Regel wiederum erst, wenn das Gehalt über längere Zeit sehr hoch liegt (Bruttoeinkommen derzeit über 5.212,50€ pro Monat über mindestens ein Jahr).

    Rentenversicherungs-Beiträge wiederum sind erstmal unabhängig von Krankenversicherungsbeiträgen, hier sind z.B. auch erwerbstätige Werkstudierende (bis zu 20h/Woche) grundsätzlich beitragspflichtig, egal wie sie krankenversichert sind.

    Wenn nun dein Vollzeit-Job wieder endet, so bleibst du nicht automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Grundsätzlich gilt nämlich deine Entscheidung vom Anfang des Studiums, dich privat zu versichern, für das ganze Studium. Erst bei Beitragszeiten in die gesetzliche Krankenversicherung von einem Jahr (oder zwei Jahren innerhalb von fünf Jahren) entsteht das Recht, sich freiwillig gesetzlich krankenzuversichern. Du müsstest/dürftest dann also zurück in die PKV. Informiere dich hier am besten direkt bei deiner Versicherung, ob es bei der Rückkehr Hürden geben könnte. Private Krankenversicherungen sind nämlich nicht durch das Sozialgesetzbuch geregelt. Hier hängt alles sehr vom individuellen Versicherungsvertrag ab.

     

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

     

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    dgb-jugend: 25.03.2020


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