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Festanstellung neben Studium

Hallo liebes DGB-Team,

Im zuge der Corona-Krise hat mein Arbeitgeber vorgeschlagen mich von meiner 20h Teilzeitbeschäftigung auf eine mind. 25h Festanstellung umzumelden und mir dann mittels Zeitvertrag  60% meines Gehaltes weiter auszuzahlen. Alle anderen Aushilfen können nicht gehalten werden.
Nun meine Frage:
Darf ich als Student mehr als 20h pro Woche arbeiten, ohne meinen Studentenstatus an der Uni zu verlieren? Bzw. Darf ich einen Zeitvertrag haben der ja dann auf unbestimmte Zeit die 20h Grenze überschreitet?
Ich habe außerdem an irgendeiner Stelle gelesen, dass es sozialversicherungstechnisch für mich keine Unterschied macht, ob ich nun auf 20 oder 25 Stunden angestellt bin, solange ich unter 1300€ im Monat verdiene... Ist das richtig?

Vielen Dank für Eure Hilfe, 
LG Jana

Jana: 23.03.2020 |
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  • RE: Festanstellung neben Studium

    Hallo Jana,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Studierendenstatus innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung sowie der Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort herangezogen. Ob du mehr oder weniger als 20h/Woche arbeitest, hat also nur Einfluss auf deinen Sozialversicherungsstatus, nicht auf die Uni.
    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit und daran orientiert, ob im Sinne der Sozialversicherung dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudentin nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudentin angemeldet. Arbeitest du regelmäßig (alsi dauerhaft) mehr, wirst du im Job ganz normal voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet.

    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld, Kurzarbeiter_innengeld oder später ggf. Alg I).

    Bei den 1300€/Monat geht es um eine andere Regelung, nämlich sogenannte Midijobs bzw. Jobs im Übergangsbereich (früher Gleitzone). Hier geht es darum, dass innerhalb einer bestimmten Einkommensspanne (450,01 – 1.300€/Monat) - dem Übergangsbereich - SV-Beiträge anhand der Midijobformel für die Arbeitnehmer_innenseite günstiger berechnet werden. In dieser Formel reduziert ein Faktor die Höhe des Arbeitsentgelts als Grundlage für die Beitragsberechnung. Das gilt für Werkstudent_innen (hier nur für die Berechnung der RV) ebenso wie für voll sv-pflichtig Beschäftigte (hier dann auch für die KV-Beiträge). 

    Was du allerdings mit Zeitvetrag und nur 60% ausgezahlt bekommen meinst, habe ich nicht verstanden.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 24.03.2020


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