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Besondere Situation durch Corona

Hallo,

ich bin Student und arbeite nebenher als Minijobber im Rettungsdienst.
Derzeit bin ich über meinen Vater privat mit der Beihilfe des Landes BW krankenversichert.

Aufgrund des aktuellen Personalmangels erreichte mich vergangene Woche die Anfrage des Rettungsdienstes meiner Heimat (sprich: eines anderen Betriebs), ob ich nicht zusätzlich dort arbeiten könnte, wenn ich sowieso gerade nicht zur Uni kann. 

Nun stellen sich mir mehrere Fragen:

1. Kommt für mich eine kurzfristige Beschäftigung infrage?

2. Ist sie vereinbar mit einer privaten KV? Kann ich mich anderenfalls einfach für die Dauer der Beschäftigung gesetzlich versichern?

3. Ist sie vereinbar mit meinem anderen Minijob und meinem Studium?

4. Die Vorlesungen fallen ja mindestens bis 20.04., evtl. länger (auf unbestimmte Zeit) aus. Dementsprechend gestaltet es sich schwierig, die Beschäftigung von vornherein exakt zu befristen. Allerdings wird mein Studium ja (hoffentlich) nicht länger als 3 Monate ausfallen. Wie könnte ich also ohne konkretes Ende trotzdem eine kurzfristige Beschäftigung aufnehmen bzw. gibt es Alternativen?

Mit freundlichen Grüßen

Jens

JensHe99: 22.03.2020 |
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  • RE: Besondere Situation durch Corona

    Hallo Jens,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zu 1.: Ob eine kurzfristige Beschäftigung in Frage kommt oder nicht, muss der Betrieb beurteilen. Generell gilt für diese, dass sie so ausgeübt werden muss, dass sie für dich nicht von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung ist und dass sie nicht auf Dauer angelegt sein kann (maximal 70 Tage oder 3 Monate, diese Fristen werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen verlängert). Das „nicht auf Dauer angelegt sein“ muss entweder in der Sache liegen (z.B. Erntehelfer_innen im Sommer) oder vertraglich von vornherein so festgelegt sein. Bei kurzfristigen Beschäftigungen kannst du auch guten Gewissens mehr Lohn einfordern, denn sowohl du als auch deine Arbeitgeber_in sparen sich sämtliche Sozialabgaben. Mehr zu kurzfristiger Beschäftigung hier.

    Zu 2.: Ob und inwiefern das mit deiner privaten Krankenversicherung vereinbar ist, können wir dir leider nicht beantworten, denn private Krankenversicherungen sind anders als gesetzliche nicht einheitlich im Sozialgesetzbuch geregelt. Hier kommt es auf den einzelnen Versicherungsvertrag an. Frag am besten direkt bei der Krankenversicherung nach.

    Wir können dir lediglich sagen, ab wann eine Krankenversicherungspflicht über die gesetzliche Krankenversicherung eintritt. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn eine voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Das wiederum ist bei Vollzeit-Studierenden in der Regel frühestens dann der Fall, wenn sie regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeiten. Regelmäßig heißt hier: es gibt Ausnahmen, z.B. in der vorlesungsfreien Zeit kann auch mehr als 20h/Woche gearbeitet werden.

    Zu 3.: Die Kombination mehrerer Beschäftigung ist grundsätzlich möglich. Was bei der Kombination von Minijobs in welcher Konstellation passiert kannst du hier nachlesen. Ob sie mit dem Studium vereinbar ist hängt natürlich v.a. von deinen Kapazitäten an, rechtlich kannst du von Seiten der Hochschule so viel arbeiten wie du möchtest.

    Zu 4.: Es ist nicht verboten, mehrere kurzfristige Beschäftigungen in Folge zu haben. Beachte aber, dass du natürlich auch entsprechend nur Sicherheiten hast, solange wie dein Vertrag läuft und wegen der fehlenden Abgaben auch keinerlei Ansprüche, z.B. auf Rente erwirbst. Du kannst auch eine nicht-kurzfristige Beschäftigung eingehen. Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.
     
    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 24.03.2020


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