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Mehrere Jobs kombinieren

Hallo, 

Ich bin momentan an meiner Uni mit 10 Stunden/Woche (also 40h/Monat) als Werkstudent angestellt.
Außerdem habe ich bei einem anderen Arbeitgeber eine kurzfristige Beschäftigung die mit ca. 15 Stunden/Monat (also ca. 2 Tage/Monat) läuft. (hier werde ich 70 Tage im Jahr nicht überschreiten).
Nun wird mir die Möglichkeit geboten während der Semesterferien einen zweiten Werkstudentenjob oder Minijob anzunehmen (ich kenne die genauen Vertragsbedingungen nicht). Außerdem weiß ich nicht ob der Job evtl. noch im kommenden Semester weiterlaufen soll.
Ich wüsste gerne welche Kombination hier möglich ist. Und wieviel Tage/Stunden ich in dem neuen Job (entweder als Werkstudent oder Minijob) in den Ferien bzw. im Semester arbeiten darf ohne Abgaben zu zahlen.
Außerdem wüsste ich gerne ob die 15h/Monat aus meiner kurzfristigen Beschäftigung in die max. Erlaubten 20h/Woche des Werkstudentenjob mit reingerechnet werden? Bzw. ob die Stunden des Werkstudentenjobs irgendwie in die 70 Tage mit reingezählt wird oder ob beides unabhängig voneinander ist. 

Viele Grüße 

Bella: 22.03.2020 |
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  • RE: Mehrere Jobs kombinieren

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Die Frage, ob du als Werkstudent_in der Sozialversicherung giltst, hat nichts damit zu tun, ob einzelne Jobs als Werkstudent_innen-Jobs bezeichnet werden, sondern damit, ob du insgesamt hauptsächlich arbeitest oder hauptsächlich studierst. Und das bemisst sich daran, ob du regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeitest oder nicht. Grundsätzlich zählen deshalb bei der Berechnung derjenigen Wochen, in denen mehr als 20h/Woche gearbeitet wird, alle Tätigkeiten, egal ob es sich dabei um kurzfristige, reguläre oder geringfügig bezahlte Beschäftigungen (Minijobs) handelt. Es werden dabei auch keine Durchschnittswerte aus den Monaten gebildet.

    Du kannst mehr als 20h/Woche arbeiten ohne den Sonderstatus „Werkstudierende_r“ zu verlieren, wenn die überschreitenden Zeiten in den Abend- und Nachtstunden, am Wochenende oder in der vorlesungsfreien Zeit liegen und das in maximal 26 Wochen pro Jahr Beschäftigung passiert. Ausführlich findest du das auch nochmal hier.

    Was nun die Konsequenzen in der Sozialversicherung bei der Kombination von Tätigkeiten angeht, so gilt: Die Stunden aus einer regulären Beschäftigung oder einem geringfügig entlohnten 450€-Minijob werden nicht in die 70-Tage-Regelung der kurzfristigen Beschäftigung gezählt. Hier zählen nur die vollständig von allen Sozialabgaben befreiten, nebenberuflich und von vornherein als kurzfristig anzusehenden Beschäftigungen hinein.

    Wie genau sich die Kombination deiner Jobs verhalten wird, können wir natürlich auch nicht sagen, solange die Vertragsbedingungen des zukünftigen Jobs nicht klar sind.

    Deshalb einige Hinweise als Orientierung:

    Hat dein Job an der Uni ein Einkommen bis zu 450€, so handelt es sich dabei einen Minijob, der i.d.R. auch als solcher angemeldet ist. Es fallen für dich nur Rentenversicherungsbeiträge i.H.v. 3,6% an, von denen du dich auf Wunsch befreien lassen kannst (du erwirbst dann aber auch keine Ansprüche auf Rente). Einen Minijob mit einer oder mehreren kurzfristigen Beschäftigungen zu kombinieren ist kein Problem, sie werden dann getrennt voneinander nach den jeweiligen Regelungen betrachtet. Auch eine Kombination mit einer Beschäftigung über 450€ ist möglich, ohne dass sich etwas ändert oder sie gemeinsam betrachtet würden. In nicht-kurzfristigen Beschäftigung über 450€ fallen immer Sozialabgaben an, für Werkstudierende nur Rentenversicherungsbeiträge.

    Nur für den Fall, dass beide Jobs neben der kurzfristigen Beschäftigung keine kurzfristigen sind und du in beiden jeweils unter 450€ verdienst, werden sie zusammen in der Sozialversicherung eine reguläre Beschäftigung. Solange du insgesamt regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeitest fallen dann in beiden prozentual Rentenversicherungsbeiträge für dich und dein_e Arbeitgeber_in von maximal 9,3% an. Eine Befreiung davon ist nicht möglich, je nach Einkommenshöhe sind deine Beiträge aber im Übergangsbereich bis 1.300€ etwas reduziert.

    Übrigens: Ein Wechsel im Status in der Sozialversicherung ist übrigens kein Kündigungsgrund! Auch an deinem Status als Studi an der Hochschule ändert das nichts. Du musst allerdings deine Arbeitgeber_innen über deine jeweilige andere Tätigkeit  informieren. Für die korrekte Anmeldung sind sie zuständig. Mehr zum Thema Jobkombination, auch z.B. was steuerlich passiert, kannst du hier nachlesen.

    Beachte nun aber insgesamt auch, dass es in der Familienversicherung Zuverdienstgrenzen gibt. Diese liegt, wenn du einen Minijob hast, bei 450€ oder bei 455€ (Stand 2020) plus ca. 83,30€ im Monat. Verdienst du mehr, so musst dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (ca. 100-110€ / Monat). Anders als bei der 20h-Regel zählen hier die Einkünfte aus kurzfristigen Beschäftigungen nicht mit hinein.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

     

    Beste Grüße
    Valentin
    DGB-Jugend Studierendenberatung

     

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    dgb-jugend: 24.03.2020


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