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Sozialversicherungspflicht bei Überschreitung der 20h/Woche-Regel

Hallo,

Ich arbeite seit diesem Januar als Werkstudent, und habe im ersten Monat meine 20h um insgesamt 8 Minuten überschritten, also an zwei Wochen über 20h gearbeitet. Nun meint mein AG, dass ich für das gesamte Kalenderjahr 2020 sozialversicherungspflichtig bin. Ist dies so korrekt? Die Überschreitung geschah aus Unwissenheit, und wird innerhalb der Vorlesungszeiten sicherlich nicht mehr vorkommen.

rkkm96: 13.02.2020 |
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  • RE: Sozialversicherungspflicht bei Überschreitung der 20h/Woche-Regel

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich nicht um ein Gesetz, sondern lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort.
    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit. Einzelne Spitzen - schon gar nicht, wenn die "Spitzen" wenige Minuten betragen - spielen in der Regel keine Rolle.
    Wie dein Arbeitgeber auf die Idee kommt, dass du wegen 8 Minuten anders angemeldet werden musst und zudem gleich fürs ganze Jahr, kann ich nicht nachvollziehen.

    Vielleicht kannst du ihm empfehlen, sich an den Arbeitgeber_innenservice deiner Krankenkasse zu wenden. Die können diese Missinterpretation der 20h-Regel sicher schnell aufklären.
    Ansonsten findest du genauere Infos im Rundschreiben zur versicherungsrechtlichen Beurteilung beschäftigter Studierender. Auch darauf kannst du deinen Arbeitgeber gerne verweisen.

    Sollten alle Stricke reißen, ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent_in. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 14.02.2020


  • RE: Sozialversicherungspflicht bei Überschreitung der 20h/Woche-Regel

    Hallo, 
    Andrea hat das ja eigentlich schon umfassend beantwortet, aber hier auch noch mal meine persönliche Erfahrung:
    Ich arbeite auch als Werkstudentin und überschreite häufiger die 20h/Woche, aber es geht ja um die Regelmäßigkeit (meine Kasse berechnet das, wenn ich es richtig im Kopf habe, über einen Schnitt von 13 Wochen, ich weiß nicht, ob das bei allen gesetzlichen so ist).
    Wenn du es noch nicht gemacht hast, kannst du ja selbst auch noch einmal bei der Krankenkasse anrufen und nachfragen. 
    Dein AG scheint echt nicht gut informiert zu sein, also lohnt es sich bestimmt, das aufzuklären. (Auch für deinen AG für die Zukunft.)
    Liebe Grüße 
    Hanna

    Hanna-m: 17.02.2020


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