Deutscher Gewerkschaftsbund

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Freiwilliges Praktikum + Minijobs

Hallo liebes Jugend DGB Team,

ich möchte ab Februar ein freiwilliges Praktikum in Teilzeit für 3 Monaten machen. Zurzeit habe ich noch 2 Jobs an der Fachhochschule, sodass ich laut Vertrag im Februar 14 Stunden/Woche für die Fachhochschule arbeite und im März 10std/Woche arbeite. Vom Praktikum werde ich nichts bekommen. Krankenkasse bezahle ich selbst mit Studententarif. Meine Fragen sind:
1/ Wie viele Stunden darf ich für mein Praktikum investieren, damit ich den Studentenstatus nicht verlieren?
2/ Wie sieht es mit Sozialabgabe aus?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Kim

T.: 14.01.2020 |
Tags:
  • RE: Freiwilliges Praktikum + Minijobs

    Hallo Kim,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status als Studentin innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Lediglich für den Studierendenstatus innerhalb der Sozialversicherung (SV), den sogenannten Werkstudent_innenstatus, kann deine Arbeitszeit eine Rolle spielen.

    Dabei werden frewillige Praktika wie normale Arbeitsverhältnisse betrachtet, die Arbeitszeit dort zählt also in die 20h-Regel für den Werkstudent_innenstatus hinein.
    Wenn eine Vergütung bezahlt wird, müssen für diese je nach Höhe, Umfang und Dauer des Praktikums Sozialversicherungsbeiträge und Steuern abgeführt werden.
    Wenn du keine Vergütung gezahlt bekommst, musst du selbstverständlich auch nichts abführen, dein_e Praktikumsgeber_in muss aber trotzdem eine Pauschale in die SV entrichten.
    Außerdem hast du laut Berufsbildungsgesetz eigentlich einen Anspruch auf eine angemessene Vergütung! https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XZS

    Nun zur Kombination mit deinen anderen Jobs:
    In der Überschrift schreibst du von Minijobs. Sollten die Jobs an der FH beide unter die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung (450€-Minijob und/oder kurzfristige Beschäftigung) fallen, musst du nichts weiter beachten. Da du für dein Praktikum kein Entgelt erhältst und keiner deiner beiden anderen Jobs sozialversicherungspflichtig ist, spielt die 20h-Regel keine Rolle. Du bleibst dann auch wähernd des Praktikums studentisch versichert.

    Nur wenn die Jobs an der FH nicht geringfügig sein sollten, du dort also mehr als 450€/Monat verdienst und nicht kurzfristig beschäftigt bist ( = Befristung auf maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr), spielt die 20h-Regel eine Rolle.
    Dann kann es sein, dass du bei regelmäßigem Überschreiten der 20h/Woche mit allen Jobs und dem Praktikum zusammen an der FH voll sozialversicherungspflichtig wirst. Das lässt sich aber anhand deiner Angaben nicht einschätzen.
    Das ist aber gar nicht so schlimm, wie manche denken: Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudentin nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Dann wirst du im Job als Werkstudentin angemeldet.
    Arbeitest du während der Vorlesungszeit insgesamt regelmäßg über 20h/Woche, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet.
    Der Werkstudent_innenstatus bleibt aber in der Regel auch bei einer Arbeitszeit von über 20h/Woche erhalten, wenn du in den Semesterferien mehr arbeitest und/oder wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete (!) Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen auf abends, nachts oder das Wochenende fällt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein.

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2W oder https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y
    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wen-den.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und tritt unserer Facebookgruppe bei: https:/​/​www.facebook.com/​groups/​DeinNetzwerkfuersStudium/​

    Übrigens: Solidarität geht immer! Mitglied werden: https:/​/​jugend.dgb.de/​dgb_jugend/​ueber-uns/​mitglied-werden

    dgb-jugend: 14.01.2020


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