Deutscher Gewerkschaftsbund

Aufwandsentschädigung als Werkstudent*in

Hey!
Darf ich als Werkstudent*in neben meinen 20 Std ( in den Semesterferien 40 std) zusätzlich im Rahmen der Aufwandsentschädigung arbeiten ohne den Status als Vollzeit-Studierende zu verlieren? Bleibe ich befreit von der Sozialversicherung?

Liebe Grüße
Sara

Sara : 28.11.2019 13:09:56 |
Tags:
  • RE: Aufwandsentschädigung als Werkstudent*in

    Hallo Sara,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Dein Status als Vollzeitstudentin hat nichts mit deiner Arbeitszeit zu tun.Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich lediglich um eine Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines SV-Status im Job, wenn du mehr als geringfügig arbeitest.
    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du Vollzeit immatrikuliert bist und nicht mehr als 20h/Woche arbeitest. Du wirst dann im Job als Werkstudentin angemeldet, andernfalls voll sv-pflichtig als Arbeitnehmerin (auch dann kannst du in der Uni aber noch ganz normale Vollzeitstudentin sein).

    Von dieser 20h-Regel gibt es dann auch noch Ausnahmen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass sich dein Status von Werkstudentin auf Arbeitnehmerin verändert. Dies ist z.B. der Fall, wenn durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr aufs Wochenende, nachts oder die Semesterferien fällt.

    Dabei wird in der 20h-Regel die Arbeitszeit aus allen Jobs zusammengezählt, egal ob Werkstudijob, Minijob oder selbstständige Tätigkeit.
    In welche Kategorie deine Tätigkeit mit Aufwandsentschädigung fällt, müsstest du allerdings selbst mal gucken, das wird aus dem Begriff allein nicht klar.
    Manche verstehen darunter einfach Gehalt oder Honorar, das unter die Übungsleiter_innenpauschale fällt. Da kann es sich um ganz normale Nebenjobs handeln (z.B. als Tutorin an der Uni), die dann auch entsprechend in die 20h-Regel mit hineinzählen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xgd
    Engagierst du dich hingegen politisch für eine Partei oder einer Hochschulgruppe und erhälst in dem Rahmen eine kleine Aufwandsentschädigung (z.B. Sitzungsgeld, Ausgleich für Anfahrkosten o.ä.), wäre das kein Nebenjob, sondern politisches Engagement, also eher ein "Hobby", das voraussichtlich nicht in die 20h-Regel eingerechnet werden würde.

    Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die stud. KV tragen (immerhin um die 100€/Monat). Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten mehr für die KV an. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    [ˈjuːnjən]

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    S@W: 28.11.2019 15:51:28


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