Deutscher Gewerkschaftsbund

Abrechnung von zwei Jobs

Hallo Team,
ich habe momentan eine studentische Beschäftigung (Werkstudentenjob), in dem ich 18h/Woche arbeite.
Nebenbei arbeite ich 2h/Woche bei einem anderen Job, bei dem ich noch keine Abrechnungmöglichkeit gefunden habe und diese auch selbst wählen kann. Daher wollte ich wissen, welche Möglichkeit (bspw. Minijob, oder 2. Werksstudentenstelle) es gibt den zweiten Job abzurechnen? Und welche davon auch steuerlich und sozialversicherungtechnisch am günstigsten wäre.

Vielen Dank und viele Grüße
Jannik

Jannik: 29.10.2019 21:37:39 |
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  • RE: Abrechnung von zwei Jobs

    Hallo Jannik,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wie du in dinem Zweitjob angemeldet wirst, kannst du dir nicht selbst aussuchen, dafür gibt es gesetzliche Regelungen. Diese hat dein_e Arbeitgeber_in auch anzuwenden, dass ist deren Zuständigkeit und Verpflichtung!

    Verdienst du in dem 2h-Job nicht mehr als 450€/Monat, handelt es sich um einen 450€-Minijob. Würdest du dort mehr verdienen, wäre es eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, in der du - aufgrund deiner wöchentlichen Gesamtarbeitszeit von nicht mehr als 20h - als Werkstudent angemeldet werden würdest.

    Ich gehe aber mal davon aus, dass dein Stundenlohn nicht so hoch ist, dass du mit einer 2h-Woche auf über 450€/Monat kommst.

    Für Sozialversicherung (SV) und Steuern bedeutet das folgendes:
    Beim Werkstudijob bleibt alles wie bisher.
    Im Minijob fallen auf dein Gehalt 3,6% Rentenversicherungsbeiträge an, sonst keinen weiteren SV-Beiträge. Von diesen kannst du dich auch befreien lassen, erwirbst dann aber entsprechend keine Rentenansprüche daraus (mit den 3,6% erwirbst du dafür Ansprüche, als ob du voll einzahlen würdest).
    Steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9168€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest oder nur wenig drüber kommst.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb
    Achtung: die Pauschalsteuer kannst du nicht zurückbekommen!

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inS
    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    [ˈjuːnjən]

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    Solidarität geht immer! Mitglied werden: https:/​/​jugend.dgb.de/​dgb_jugend/​ueber-uns/​mitglied-werden

    S@W: 04.11.2019 15:18:39


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