Deutscher Gewerkschaftsbund

Vermindertes Bafög bei meinen Geschwistern mangels Anspruchsnahme.

Guten Tag, ich studiere seit diesem Semester BWL an der TH in Köln. Ich habe einen theoretischen Anspruch auf Bafög. Diesen werde ich jedoch nicht beanspruchen, da ich einen Job (Vollzeit) mit einem Brutto lohn höher als 3000€ angeboten bekommen habe. Ich habe mir einen genauen Plan gemacht wie ich Studium und Arbeit miteinander kombiniere. Es geht. Meine Geschwister haben und nutzen den Bafög Anspruch. Inwiefern mindert mein Verzicht auf Bafög die Bafög Zahlungen meiner Geschwister?
Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.
Mit freundlichen Grüßen
Julius

Julius: 16.10.2019 14:22:12 |
Tags:
  • RE: Vermindertes Bafög bei meinen Geschwistern mangels Anspruchsnahme.

    Hallo Julius,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Dein Verzicht auf BAföG sollte den Auszahlbetrag für deine BAföG-beziehenden Geschwister eigentlich nicht vermindern. Das dürfte darauf keinen Einfluss haben. Du verzichtest ja streng genommen nicht auf BAföG (das würde dir bei Jobverlust ja wieder zustehen), du bekommst es nur nicht, weil dein Einkommen mit dem Job zu hoch wäre.

    Normalerweise ist es auch so, dass es für Kinder in einer BAföG-förderungsfähigen Ausbildung (in der bist du fiktiv weiterhin, solange du Vollzeit immatrikuliert einem grundständigen Studium nachgehst) keine Freibeträge vom Einkommen der Eltern gibt. Das, was deine Eltern nach Abzug der Freibeträge "übrig" haben, wird auf alle BAföG-berechtigten Kinder gleichmäßig aufgeteilt. Wenn das weniger ist als der Bedarf nach BAföG, wird der Rest vom BAföG-Amt gezahlt.
    Du "ersparst" mit deiner Jobaufnahme also lediglich deinen Eltern, die den so errechneten Unterhaltsbetrag auszahlen zu müssen.

    Anders wäre es allerdings, wenn du nicht einer BAföG- (oder BAB-)förderungsfähigen Auzsbildung nachgehst, aber nach BGB noch unterhaltsberechtigt ggüber deinen Eltern wärst. Dann würden deine Eltern nämlich einen Freibetrag für dich bekommen, der durch dein eigenes Einkommen wegfallen und so die Leistungsfähigkeit deiner Eltern um die Höhe des Freibetrags (aktuell 555€/Monat) erhöhen würde. Das heißt, deine Eltern könnten nach BAföG-Berechnung dann deinen Geschwistern mehr zahlen und entsprechend würde sich der BAföG-Anspruch deiner Geschwister dadurch vermindern.
    Unterm Strich sollten deine Geschwister aber deshalb nicht weniger Geld bekommen, da deine Eltern verpflichtet sind, ggf. den höheren Unterhaltsbetrag zu leisten.
    Wenn das ein Problem sein/werden sollte, lasst euch am besten von der BAföG-Beratung des AStAs oder der Sozialberatung beim Studierendenwerk beraten.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    Solidarität geht immer! Mitglied werden: https:/​/​jugend.dgb.de/​dgb_jugend/​ueber-uns/​mitglied-werden

    S@W: 22.10.2019 14:29:30


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.

WIR IM SOCIAL WEB