Deutscher Gewerkschaftsbund

2. Job neben Werkstudentenstelle + Frage zur Familienversicherung

Ich habe eine Werkstudenten Stelle und jetzt noch die Möglichkeit unter der Woche als Springer in einem anderen Betrieb zu arbeiten. Werkstudentenstelle ist meist unter 20h die Woche. Springer wäre wahrscheinlich ca einmal die Woche für 1-4h .

Welche Anstellungsart wäre die beste für den Springerjob wenn ich im Monat insgesamt immer über 450€ komme aber pro Woche unter 20h?

Wie sieht es aus mit der Familienversicherung? Verstehe ich das richtig, dass wenn man im Durchschnitt immer mehr als 450€ pro Monat verdient sich als Student extra versichern muss?

Danke im Voraus.

Levi: 19.09.2019 19:13:00 |
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  • RE: 2. Job neben Werkstudentenstelle + Frage zur Familienversicherung

    Hallo Levi,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal zur Familienversicherung. Hier gibt es je nachdem, wie du beschäftigt bist, zwei unterschiedliche Grenzen. Hast du einen Minijob, so darfst du regelmäßig nicht mehr als 450€/Monat verdienen. Bist du nicht geringfügig beschäftigt, so gilt die Grenze von derzeit 445€ (+83,30€), regelmäßig also 523,80€ als Verdienstgrenze, um kostenlos in der Familienversicherung bleiben zu können. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz#familienversicherung Wenn du für deinen Fall sicher gehen willst, kannst du deine Krankenkasse fragen und dir die Auskünfte schriftlich geben lassen.

    Verdienst du mehr, musst du dich studentisch kranken- und pflegeversichern. Das kostet derzeit ca. 100-110€. Im Falle der studentischen Pflichtversicherung wiederum spielt die Einkommenshöhe keine Rolle, jedoch eben die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xqz#studentische-krankenversicherung. Du kannst nur so lange studentisch krankenversichert sein, wie du regelmäßig nicht mehr als 20h/Woche arbeitest.

    Wenn ich dich richtig verstehe arbeitest du bei deiner jetzigen Arbeit ab und zu über und ab und zu unter 20h, d.h. du bewegst dich tendenziell in der Nähe der 20h pro Woche.

    Dann kommt es ganz darauf an, wann genau du arbeitest und wie oft du mit dem neuen Job über 20h/Woche arbeiten würdest. Denn die Regelung ist Folgende: Wenn in einigen Wochen mehr als 20h/Woche gearbeitet wird, so kann das trotzdem noch bedeuten, dass du hauptsächlich studierst. Nämlich dann, wenn die Arbeitszeit, die über die 20h hinaus geht in den Abend- oder Nachtstunden, am Wochenende oder in der vorlesungsfreien Zeit liegt. Eine weitere Einschränkung gibt es: pro Beschäftigungsjahr darf in maximal 26 Wochen über 20h/Woche gearbeitet werden kann, ohne den Status in der Sozialversicherung zu wechseln. Gerechnet wird dabei ab dem Ende der jeweils zu bewertenden zusätzlichen Tätigkeit ein Jahr zurück https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi.

    Die Frage, was nun für den Springerjob die beste Anstellungsvariante ist, lässt sich pauschal nicht beurteilen. Deshalb einige Hinweise, die dir dabei vielleicht helfen könnten.

    Arbeitsrechtlich könnte es sich bei einer derartigen Beschäftigung um Arbeit auf Abruf handeln. Hier kannst du nachlesen, was das für dich bedeutet, welche Rechte und Pflichten damit für dich und deine_n Arbeitgeber_in entstehen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhc

    Im Bezug auf die Sozialversicherung wäre es entweder möglich, dass es sich dabei um einen Minijob handelt https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge, oder um eine kurzfristige Beschäftigung https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU. Was bei der Kombination eines Minijobs mit einer anderen Tätigkeit passiert, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge#minijob-und-noch-ein-job. Wenn du beispielsweise in deinem bisherigen Job über 450€ verdienst, im neuen aber unter 450€, so werden die beiden Jobs einfach getrennt voneinander betrachtet. Der erste als reguläre Beschäftigung, bis 1.300€ im sog. Übergangsbereich: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb . Die zweite eben als Minijob.

    Im Bezug auf Steuern gilt bei der Kombination mehrerer Jobs, dass in der Regel im zweiten, dritten etc. Job Lohnsteuer eingezogen wird, auch wenn die Jahresfreibetragsgrenze von derzeit 9.168€ + 1.000€ Werbungskostenpauschale (Stand 2019) voraussichtlich nicht überschritten wird. Das hängt mit der Steuerklasse zusammen. Das kannst du verhindern, indem du beim Finanzamt den Übertrag eines Teils deines Freibetrags auf die weitere Beschäftigung beantragst (Antrag auf Lohnsteuerermäßigung, Abschnitt E). Du bekommst dann dein Gehalt - im besten Fall - voll ausgezahlt. Wenn das nicht klappt, solltest du am Jahresende eine Einkommensteuererklärung abgeben, um die zuviel gezahlten Steuern zurückzubekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQn

    Allgemein Infos über die Kombination mehrerer Jobs findest du hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Valentin
    students at work

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    S@W: 04.10.2019 17:31:02


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