Deutscher Gewerkschaftsbund

Studentin, Minijob + Beschäftigung auf Honorarbasis

Hallo,
Ich bin ab diesem Monat 6 Stunden wöchentlich als Hausaufgabenbetreuerin in einer Schule auf Honorarbasis beschäftigt (ich schreibe Rechnungen) für 416 eur/Monat (meist, denn in den Ferien findet keine Hausaufgabenbetreuung statt)
Zusätzlich arbeite ich derzeit als Minijob beim Anwalt, meine Stundenanzahl ist sehr variabel, ich kann es mir selbst aussuchen (meist bei ca 5 Std die Woche, was 280 €/Monat entspricht), ich werde also mit beiden Jobs die 450 € überschreiten.
Studentisch Krankenversichern werde ich mich nun auch müssen, da ich bisher familienversichert war.
Nun meine Frage:
Wie müssten meine beiden Arbeitgeber meine Beschäftigungen anmelden, damit es für mich von der Beitragszahlung am günstigsten ist? (Z.B. Minijob beim Anwalt + Honorarbasis in der Schule oder Werkstudent beim Anwalt + Honorarbasis in der Schule oder gibt es andere Möglichkeiten?)
Wie viele Stunden muss ich mindestens arbeiten in der Woche um als Werkstudent zu gelten?
Ich überlege in einem der beiden Jobs meine Wochenarbeitszeit zu erhöhen (ich bleibe trotzdem unter 20h die Woche), was macht mehr Sinn, diese zu erhöhen bei der Hausaufgabenbetreuung oder Anwalt?

Vielen lieben Dank!

Anna: 18.09.2019 18:38:29 |
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  • RE: Studentin, Minijob + Beschäftigung auf Honorarbasis

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Was in welcher Konstellation für dich am günstigsten ist, können wir leider nicht für dich entscheiden. Gerne können wir dir aber einige Infos geben, welche dir die Entscheidung leichter machen könnten.

    Zunächst einmal zum sortieren: Ein Tätigkeit auf Honorar ist eine selbstständige Tätigkeit, du selbst bist für die korrekte Anmeldung (beim Finanzamt, ggf. Gewerbeanmeldung, Krankenkasse, Rentenversicherung) zuständig. Das Arbeitsrecht gilt hier nicht, also kein Recht auf Urlaub, kein Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ausführliche Infos dazu findest du auf unseren Seiten zu Selbstständigkeit https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xgf und auch in unserer Broschüre https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​p6n.

    Nicht-selbstständige Tätigkeiten sind sogenannte abhängige Beschäftigungen (egal ob regulär, Minijob oder Werkstudierenden-Stellen, oder andere). Hier gilt das Arbeitsrecht und die Arbeitgeber_innen sind dafür zuständig, dich korrekt zu melden. Damit sie das können, musst du sie über deine jeweiligen anderen Tätigkeiten informieren.

    In der Regel können weder du, noch deine Arbeitgeber_in, noch deine Auftraggeber_in (bei Selbstständigkeit) entscheiden, was wie anzumelden ist. Es entscheidet die Tätigkeit selbst.

    Wenn nun eine oder alle deine abhängigen Beschäftigungen zusammen unter 450€/Monat ergeben, so sind das Minijobs https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge . Das bedeutet bei der Anmeldung, dass die Arbeitgeber_in eine Sozialpauschale von knapp 30% zahlen und du einen Rentenversicherungsbeitrag von 3,6% (wovon du dich befreien lassen kannst, wodurch du aber auch Ansprüche erwirbst, als wären die vollen 18,6% bezahlt worden).

    Ab 450,01€ (nur abhängige, nicht selbstständige!) teilen sich Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen die Sozialversicherungsabgaben Hälfte/Hälfte. Bei Studierenden, die nicht mehr als 20h/Woche in allen Tätigkeiten arbeiten, werden hier nur die Rentenversicherungsbeiträge fällig. Für dich als Arbeitnehmer_in musst du bei einem Einkommen zwischen 450,01€ und 1300€ dann auch nicht einmal den vollen Rentenversicherungsbeitrag bezahlen, sondern einen reduzierten, da du dich im sogenannten „Übergangsbereich“ zwischen einem Minijob und einer regulären, voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung befindest https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb.

    Die selbstständige Tätigkeit ist davon unabhängig, pauschal gilt hierbei aber, dass diese unter 450€ sogenannte geringfügige selbstständige Tätigkeiten sind, die von allen Sozialversicherungen befreit sind. Bei freiberuflichen Tätigkeiten im Bildungsbereich kann ab 450€ eine Rentenversicherungspflicht einsetzen, du wärest hierbei verpflichtet den vollen Beitrag von 18,6% zu bezahlen.

    Was nun den Status „Werkstudent_in“ oder nicht betrifft, so hat das mit der Frage, ob du einen Minijob, eine reguläre Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit hast nichts zu tun. Es geht hier nur um die regelmäßige Arbeitszeit in allen Tätigkeiten. Um das deutlich zu illustrieren: du kannst auch als sog. Werkstudentin gelten, wenn du einen Minijob hast. Solange die 20h/Woche nicht übersteigt bist du in der Sozialversicherung Studentin, sog. Werkstudentin https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und musst/kannst dich über dein Studium krankenversichern https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz und nicht über deine(n) Job(s). Über die Familie kannst du dich bis 25 so lange krankenversichern, wie du nicht über 450€/Monat verdienst, solange du einen Minijob hast, oder nicht über 445€ (+83,30€ bei abhängigen Beschäftigungen) solange du keinen Minijob hast. Nur einer der beiden Freibeträge gilt.

    Im Bereich Steuern, der wiederum vom Arbeitsrecht und den Sozialversicherungen unabhängig ist, gilt, dass die Einkünfte aus abhängiger und selbstständigen Tätigkeiten gemeinsam einkommenssteuerpflichtig sind. Das heißt, dass die jährlichen Einnahmen aus abhängiger Beschäftigungen (abzüglich 1.000€ Werbungskostenpauschale) und der Gewinn (also Umsatz abzüglich Betriebsausgaben) aus selbständigen Tätigkeiten zusammengerechnet werden und derjenige Teil, der den jährlichen Freibetrag von 9.168€ (Stand 2019) übersteigt, dann steuerpflichtig wird https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB. Als Selbstständige musst du eine Steuerklärung machen, egal ob du die Freigrenze überschreitest, oder nicht.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße,
    Valentin
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    Solidarität geht immer! Mitglied werden:  https:/​/​jugend.dgb.de/​dgb_jugend/​ueber-uns/​mitglied-werden

    S@W: 04.10.2019 12:46:06


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