Deutscher Gewerkschaftsbund

Teilzeit-Master, studentische Hilfskraft und Honorarkraft

Hallo,

ab 1.10. beginne ich einen Teilzeit-Master (Zeitaufwand 20h/Woche). Zur Zeit bin ich noch Vollzeit-Studentin. Dementsprechend habe ich zwei Jobs:
1) Studentische Hilfskraft 40h/Monat (492€ im Monat, minus Rentenbeitrag dann 472€)
2) Honorarkraft als freie Mitarbeiterin in einer Kunst und Musikschule (circa 250-300€ im Monat)

Ab dem 1.10. werde ich dann, wie gesagt, Teilzeit studieren. Ich suche natürlich auch eine Teilzeit-Anstellung. Weiß aber nicht, ob ich lückenlos direkt zum 1.10. eine finde.
Falls nicht: kann ich beide Beschäftigungen erstmal fortsetzen, obwohl ich voll sozialversicherungspflichtig werde? Ich habe heraus gefunden, dass es schlau ist, meinen Job als studentische Hilfskraft dann auf 35h/Monat zu kürzen, damit ich unter 450€ käme. Dann müsste ich hier keiner Abgaben zahlen, oder?
Kann ich die Honorartätigkeit dann nebenbei auch fortsetzen? Oder hat das negative Konsequenzen? (Mir ist klar, dass ich mich dann freiwillig krankenversichern muss für 200€/Monat oder zum Jobcenter gehen könnte..)

Falls ich zum 1.10. direkt eine Teilzeit-Anstellung finde, kann ich nebenbei einen der anderen Jobs noch fortsetzen (unter 450€)?

Vielen Dank schon einmal
Caro

Caro : 22.08.2019 13:37:07 |
Tags:
  • RE: Teilzeit-Master, studentische Hilfskraft und Honorarkraft

    Hallo Caro,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Du kannst problemlos beide Jobs genau so weiter ausüben wie bisher.
    Du wirst im Teilzeitstudium zwar voll sozialversicherungsprflichtig, das ist in dem Fall aber finanziell nur vorteilhaft für dich.
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt zwar nur 9,3% Rentenversicherung (RV) an, allerdings musst du selbst die Kosten für die stud. KV (immerhin um die 90€/Monat bzw. ab dem Winteresemester ca. 110€/Monat) tragen.
    Bei voller SV-Pflicht sind es zwar mehr Sozialbagaben vom Gehalt - dann werden statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung fällig - dafür entfallen aber deine Kosten für die KV! Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Bei deiner Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell wesentlich günstiger als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).
    Und: Die Sozialversicherungsabgaben fallen nur auf dein Gehalt an, nicht auf die Einkünfte aus deiner selbstständigen Tätigkeit!

    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Würdest du deinen bisherigen Job von 40h auf 35h reduzieren und unter die 450€-Grenze kommen, würde aus dem Job ein Minijob werden. Dieser ist zwar in der Tat für dich (bis auf 3,6% RV) sozialversicherungsfrei, dann müsstest du dich aber wieder selbst auf eigene Kosten krankenversichern, so dass das für dich unterm Strich die deutlich teurere Variante wäre.
    Und noch eine Zusatzinfo: Für Arbeitgeber_innen sind Minijobs nicht sozialversicherungsfrei, die müssen 28% Sozialpauschale für dich in die RV und KV abführen (von der KV hast du nichts und von der RV nur etwas, wenn du auf die Befreiung verzichtest). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge
    Das bedeutet, dass du bei einer Gehaltshöhe von knapp über 450€/Monat sogar mit voller SV-Pflicht für deine_n Arbeitgeber_in "günstiger" bist als mit einem 450€-Minijob (das nur als Argument, falls dir Unmut entgegenschlagen sollte, wenn du als voll sv-pflichtige Arbeitnehemrin umgemeldet werden musst).

    Deine selbstständige Tätigkeit wird komplett getrennt und unabhängig vom Studium betrachtet. Solange du in dieser weniger als 450€/Monat verdienst, handelt es sich um eine geringfügige freiberufliche Tätigkeit. Darauf werden keine Sozialabgaben fällig - egal welcehn Status du in deiner abhängigen Beschäftigung hast.

    Was du grundsätzlich alles beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn dein Geld nicht reicht, kannst du auch mit den Einkünften aus zwei Jobs beim JobCenter aufstocken, dafür musst du nicht einen aufgeben. Auch hier ist es erfahrungsgemäß von Vorteil, wenn du bereits eine voll sv-pflichtige Beschäftigung hast.
    Eventuell kommt auch Wohngeld günstiger für dich (lass dich dazu am besten bei spezialisierten Beratungsstellen an deinem Wohnort beraten).

    Nutze auch unser Beratungsangebot in deiner Nähe: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inS
    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    Solidarität geht immer! Mitglied werden: https:/​/​jugend.dgb.de/​dgb_jugend/​ueber-uns/​mitglied-werden

    S@W: 23.08.2019 11:04:27


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