Deutscher Gewerkschaftsbund

Praxisprojekt als Werkstudent und Minijob

Hallo zusammen,

ich mache ab nächsten Monat mein Praxisprojekt. Dieses wird unternehmensbegleitend durchgeführt und ich werde als Werkstudent eingestellt. Ich habe bisher und wurde auch gerne weiterhin meinen Minijob ausüben.

Wie ich bereits in verschiedenen Beiträgen lesen konnte, gibt es die 20h Orientierungsgrenze für die SV. Diese würde ich aber mit beiden Jobs überschreiten.

In meinem Fall würde aber der Werkstudentenjob als meine Studiumszeit zählen, da ich in dieser mein 3 Monatiges Praxisprojekt durchführen.

Kann ich somit trotzdem beide Jobs ausüben ohne den Studenten Status in der Sozialversicherung zu verlieren?

Lars B.: 10.08.2019 15:46:38 |
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  • RE: Praxisprojekt als Werkstudent und Minijob

    Hallo Lars,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du ein in der Studienordnung vorgeschriebenes Praxisprojekt, also ein Praktikum machst, müsste es sich um ein Pflichtpraktikum handeln.

    Du wirst dann nicht als Werkstudent, sondern als Praktikant in der Sozialversicherung angemeldet. Die Praktikumsvergütung ist in dem Fall sozialversicherungsfrei und die Zeit, die du im Betrieb verbringst, gilt als Teil deines Studiums. Dann spielt die 20h-Regel keine Rolle.
    https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XSG

    Sollte es sich nicht um ein in der Studienordnung vorgeschriebenes Praktikum handeln, muss du je nach den vorliegenden Kriterien in der SV angemeldet werden.
    Ich lese aus deiner Anfrage heraus, dass die Stelle auf 3 Monate befristet ist? Wenn das zutrifft, kannst du ggf. als kurzfristig Beschäftigter angemeldet werden. Das Gehalt daraus ist ebenfalls sozialversicherungsfrei und da du dann ausschließlich geringfügigen Beschäftigungen nachgehst, spielt auch hier die 20h-Regel keine Rolle. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU

    Sollte weder ein Pflichtpraktikum noch eine kurzfristige Beschäftigung vorliegen, muss dein_e Artbeitgeber_in beurteilen, wie du anzumelden bist. Du musst diese_r/m den Minijob mitteilen und ebenso deine wöchentliche Arbeitszeit dort sowie deren Lage. Dann wird geguckt, ob du als Werkstudent angemeldet werden kannst oder ob du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet werden musst. Ausschlaggegebend ist deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit und ob ggf. Ausnahmeregelungen greifen.

    Ansonsten ist eine volle SV-Pflicht aber gar nicht so schlimm, wie manche denken. Im Werkst-dent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die stud. KV (immerhin um die 90€/Monat bzw. ab Oktober um die 110€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür aber keine weiteren Kosten für die KV. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Auf deinen Minijob hat all das keine Auswirkungen, dort bleibt sozialversicherungstechnisch alles wie bisher ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge), die 9,3% RV bzw. die 20% SV-Abgaben, fallen nur auf den Job mit über 450€/Monat an.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 12.08.2019 14:49:15


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