Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent und Kurzfristige Beschäftigung (nur maximal 3 mal im Monat, am Wochenende)

Hallo zusammen, ich habe skurille Frage, kann man eigentlich als Student 2 Jobs ausüben beide Jobs mehr als 450 Euro im Monat. Einer davon ist nicht mehr als 70 Tage im Jahr, welchem Vertrag 1 Jahr lang dauert. Ich arbeite aber meistens nur am Samstags meistens 2 mal im Monat, und nur in einem Monat passiert es auch, wo ich 3 mal im Monat arbeiten gehen muss.

Meine Frage ist, ob es möglich ist einer anderer Job bzw. Werkstudent Job zu nehmen? Weil eigentlich habe ich unter der Woche viel Zeit um einer anderen Job aus zu üben und evtl. habe ich eine Anfrage an Werkstudent von anderer Firma in meinem Fach bekommen. Falls ja, was muss ich beachten? Wie sieht es mit Sozialsversicherung, Steuer und co aus?

Beste Grüße,
Diana

Diana F.: 10.07.2019 15:17:30 |
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  • RE: Werkstudent und Kurzfristige Beschäftigung (nur maximal 3 mal im Monat, am Wochenende)

    Hallo Diana,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung(en), je nach Kombination und jeweiliger sowie gesamter Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.

    Wenn du eine kurzfristige Beschäftigung mit einem Werkstudijob kombinierst, ist die kurzfristige Beschäftigung grundsätzlich sozialversicherungsfrei. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhU
    Im Werkstudijob werden von deinem Gehalt 9,3% Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen, aber keine Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich weiterhin selbst auf eigene Kosten (studentisch ca. 90€/Monat, ggf. "freiwillig" mind. 170€/Monat) und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Die gilt, wenn deine wöchentliche Arbeitszeit aus beiden Jobs zusammen nicht mehr als 20h beträgt oder unter die Ausnahmeregelungen fällt. Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich nämlich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent_innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi
    Der Werkstudent_innenstatus bleibt aber in der Regel auch bei einer Arbeitszeit von über 20h/Woche erhalten, wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete(!) Beschäftigungen auf abends, nachts oder das Wochenende fällt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein.

    Solltest du mit beiden Jobs regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeiten und nicht unter die Ausnahmen fallen, wirst du im Werkstudijob voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt. Das sind dann anstatt 9,3% RV insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür hast du aber keine weiteren Kosten für KV/PV, da du dann über den Job krankenversichert bist.
    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Zudem müssen in der Kombi beide Jobs über deine Steuer-ID abgerechnet werden, so dass du einen davon über die ungünstige Lohnsteuerklasse 6 laufen lassen müsstest. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9168€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest oder nicht viel drüber kommst.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 15.07.2019 17:06:08


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