Deutscher Gewerkschaftsbund

Minijob+Selbständiger. Steuererklärung für das Jahr 2018? Abgaben

Hallo!

Seit November 2018 habe ich neben meines Studiums 2 Jobs (bis zu 20 Std./Woche) - ein Minijob und als ein Honorarlehrkraft (Selbständig) an einer Musikschule (Ferien sind nicht durchbezahlt).

Im Dezember 2018 habe ich Honorarabrechnung von 680 Euro (für November-Dezember) bekommen. In dem Minijob habe ich in der Zeit zusätzlich monatlich 100-300 verdient. Im Sommer 2018 habe ich in einem Lager Vollzeit gearbeitet (ca. 3000 Euro insgesamt), wo Steuer automatisch abgezogen wurden. Meine Fragen wären:

1. Muss ich eine Steuererklärung für das Jahr 2018 machen? Ich habe ja weniger als 5400 und 9168 im Jahr verdient, aber hatte Paar Monate lang 2 Jobs parallel, was zu einer Steuererklärung verpflichten sollte.

2. Die Musikschule hat mich automatisch bei dem Finanzamt gemeldet und ich habe eine Steuernummer bekommen. Ich wusste aber nicht, dass man sich noch bei der Rentenversicherung anmelden muss. Ich habe bei Ihnen gelesen, dass Freiberufler-Lehrer Rentenversicherung bezahlen müssen (18,6 %). In der Musikschule verdiene ich monatlich ca. 550 Euro (während den Schulferien nichts+Minijob 300-450). Wird die Rentenversicherung nur von meinen Musikschullohn berechnet und der Minijob wird ausgeschlossen? D. h. dass ich dann monatlich von den 550 etwa 100 Euro für die Rentenversicherung bezahlen sollte? Muss mich jetzt schnell anmelden und für die vergangene Zeit zurückzahlen... Ich werde auch z. B. im Sommer 6 Wochen lang keinen Lohn von der Musikschule wegen Schulferien bekommen. Was passiert dann mit der Rentenversicherung? Werde ich für die 6 Wochen von der Versicherung automatisch befreit?

3. Welche Abgaben/Steuer entstehen noch in meinem Fall? Also, die Rentenversicherung und die Einkommensteuer (ab 9168 Euro/Jahr). Welche Abgaben hätte ich noch zu rechnen?

4. Wird die Gesamtsumme für die Einkommensteuer am Ende des Jahres zusammengerechnet von dem Selbständigen-,und Minijob? Oder der Lohn von dem Minijob als steuerfrei gesetzt und Einkommensteuer nur von dem Honorarjob abgezogen? Wie ist es, wenn man während den Semesterferien noch Vollzeit arbeitet und die Steuer werden dann von dem Lohn automatisch abgezogen. Muss man diesen Lohn auch für die Einkommensteuer zählen?

5. Krankenversicherung: ich bin gesetzlich in meinem Heimat (EU-Land) versichert (die entstehenden Kosten werden von der AOK übernommen). Nach mehreren Nachfragen bei der AOK wurde mir gesagt, dass ich mich nicht bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse anmelden muss: weil meine (studentische) Krankenversicherung im Ausland gesetzlich ist, ich bis 20 Std./Woche arbeite und ich in dem Minijob bis 450 verdiene (Selbständige Tätigkeit ist egal). Ich sollte nur nachfragen, ob die Krankenkasse in meinem Land unter solchen Voraussetzungen mich versichert. Jetzt hätte ich eine Frage an Sie, ob das überhaupt stimmt.

Vielen vielen vielen Dank!
Liebe Grüße,
Irma

Irma: 06.06.2019 00:43:45 |
Tags:
  • RE: Minijob+Selbständiger. Steuererklärung für das Jahr 2018? Abgaben

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    zu 1.:
    Du musst oft auch eine Steuererklärung einreichen, wenn du weniger als den Freibetrag verdient hast. Zum Beispiel, wenn du neben einer abhängigen Beschäftigung mehr als 410 Euro pro Jahr (!) aus einer selbstständigen Tätigkeit verdient hast. Oder immer dann, wenn das Finanzamt dich dazu auffordert. Die Steuererklärung für 2018 ist bis zum 31. Juli 2019 fällig.

    zu 2.:
    Bestimmte selbstständige Berufe sind in der Tat rentenversicherungspflichtig. Wer wie ein_e Erzieher_in oder Lehrer_in arbeitet, gehört dazu und muss sich demnach bei der Deutschen Rentenversicherung anmelden, wenn über 450 Euro / Monat durch die Tätigkeit verdient wird.
    Wenn du nur ein geringes Einkommen durch die Selbstständigkeit hast, kannst du beantragen einen verringerten Beitrag zu zahlen. Im letzten Jahr lag dieser bei circa 83 Euro (Untergrenze). Ausschlaggebend ist dein Einkommen anhand deiner letzten Einkommenssteuererklärung. Wenn diese noch nicht vorliegt, kann das Einkommen auch für das laufende Jahr geschätzt werden. Dementsprechend kannst du auch angeben, dass du nicht durchgängig verdienst und dein Durchschnittverdienst verringert sich dadurch entsprechend.
    Lasse dich zu den Möglichkeiten des verringerten Beitrag am besten direkt bei der Deutschen Rentenversicherung beraten. Dort musst du dich ja auch anmelden. Den Kontakt bei dir vor Ort findest du unter: https:/​/​www.deutsche-rentenversicherung.de

    zu 3.:
    In deinem Minijob werden die notwendigen Abgaben automatisch abgezogen.
    Wenn du dich von der Umsatzsteuerpflicht befreit hast und somit von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machst, fällt auch keine Umsatzsteuer an. Falls du dir da nicht sicher bist, schaue am besten noch mal in die Unterlagen, die vom Finanzamz kamen. Falls du dich noch nicht befreit hast, kannst du dies beantragen, wenn du im vergangenen Jahr weniger als 17.500 und im laufenden Jahr voraussichtlich weniger als 50.000 Euro Umsatz hattest / hast.

    zu 4.:
    Generell zählt bei der Einkommenssteuer immer dein gesamtes Einkommen aus allen Einkommensarten. Wobei bei der Selbstständigkeit nur dein Gewinn betrachtet wird, sodass du eventuelle Ausgaben (Material etc.) abziehen kannst.
    Bei Minijobs gibt es auch die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung. Die Pauschalsteuern liegen im Minijobstatus bei 2 Prozen Mit den Pauschalsteuern ist die Steuerschuld für den Job erledigt und das Einkommen taucht nicht bei der Berechnung deiner Einkommenssteuer auf. Du kannst die Pauschalsteuern aber nicht zurückbekommen, wenn du unterhalb des Freibetrages geblieben bist. Wenn du beim Minijob keine pauschale Versteuerung mit dem Arbeitgeber vereinbart hast, wird das Einkommen automatisch durch den Arbeitgeber an das Finanzamt gemeldet und taucht bei deiner jährlichen Einkommenssteuer mit auf.
    Wenn du Vollzeit arbeitest und die Lohnsteuer automatisch abgezogen wird, taucht das Einkommen trotzdem erst mal bei der Berechnung deiner jährlichen Einkommenssteuer mit auf. Jedoch hast du für diesen Anteil des Einkommens bereits Steuern (über die Lohnsteuer) gezahlt. Wenn dir dabei zu viel abgezogen wurde oder du besondere Belastungen geltend machen kannst, bekommst du das zu viel gezahlte auch zurück.

    zu 5.:
    Seitens der Regularien in Deutschland, würde ich sagen, dass dies so stimmt. Jedoch solltest du tatsächlich deine Krankenkasse im Heimatland fragen, ob sie dich so versichert. Das kann ich dir leider nicht beantworten.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

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    S@W: 12.06.2019 15:59:51


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