Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent und Minijob

HalloLiebesTeam, IchhabevorkurzemeinenVertragalsWerksstudent(20h/die Woche)unterschriebenundeineWochedanacheineZusagealsMinijober(450 Euro)erhalten. DarfichtrotzdemdenJobalsMinijoberzusätzlichzuderStelledesWerksstudentenannehmenundmussichdasmeinenArbeitgebernmitteilen. DieStellealsMinijoberbeinhaltetsehrInteressanteAufgabenundwärebeieinemsehrgroßenUnternehmen,dahermöchteichdieseStellenichtausschlagen. WiesiehtdasganzedannmitderKV,RVundderAVaus? UndhatdieseKonstellationfürdieGültigkeitdesVertragesalsWerksstudentAuswirkungen? VielenDankimvoraus GrüßeGil

Gil: 05.06.2019 21:53:10 |
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  • RE: Werkstudent und Minijob

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Grundsätzlich kannst du neben einem Minijob eine reguläre Beschäftigung (auch im Werkstudent_innenstatus) ausüben. Der Minijob bleibt geringfügig (mit 3,6 Prozent Abgaben für die Rentenversicherung für dich als Arbeitnehmer_in), solange die Einkommensgrenze von 450 Euro monatlich eingehalten wird. Mehr zu Minijobs und ihren Kombinationsmöglichkeiten auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Der Werkstudent_innenstatus ist eine besondere Regelung für Studierende in regulären Beschäftigungen (also über der o.g. Geringsfügigkeitsgrenze):
    Dieser Status besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,3 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium zeitlich im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen:
    Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Es handelt sich dabei nur um eine Einstufung in der Sozialversicherung. Du darfst als Student_in natürlich auch mehr arbeiten, müsstest dann aber paritätisch mit deinen Arbeitgeber_innen in alle Zweige der Sozialversicherung (SV) einzahlen. Das wären dann ungefähr 20 Prozent Abgaben für dich als Arbeitnehmer_in, wobei du dann über den Job versichert wärst und keine zusätzlichen Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung hättest. Aus den Beiträgen erhältst du (später) natürlich auch Leistungen.

    Bis zur Grenze von 850 Euro wird nicht gleich dein gesamtes Einkommen zur Berechnung der Beiträge (bei Werkstudis: der RV-Abgaben) heran gezogen, sondern nur ein bestimmter Teil. Das nennt sich Gleitzone bzw. Midijob-Status. Wie groß dieser Anteil ist, kannst du mit unserem Gleitzonenrechner ausrechnen. Diesen und weitere Infos zu dem Midijob-Status hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Du hast, wie alle Steuerpflichtigen, einen jährlichen Grundfreibetrag von aktuell (2019) 9.168,00 Euro + 1.000 Euro Werbungskostenpauschale. Erst auf den darüber liegenden Teil deines Einkommens zahlst du Steuern.
    Dieser Freibetrag wird jedoch nur auf den zeitlich zuerst aufgenommenen Job angewendet. Ein zweiter/dritter/weiterer Job wird in der Lohnsteuerklasse VI angemeldet, was zu recht hohen Abzügen führt. Wenn du bis zum 31. Juli des Folgejahres eine Einkommenssteuererklärung einreichst, kannst du zu viel gezahlte Lohnsteuern zurückbekommen. Alternativ kannst du bei deinem zuständigen Finanzamt beantragen einen Teil deines Freibetrages auf den weiteren Job zu übertragen. Zudem kannst du auch beantragen die Lohnsteuerklassen durch zu tauschen.
    Wie das geht und mehr zu Steuern auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​studium/​dein-job/​steuern

    Bei Minijobs und kurzfristigen Beschäftigungen gibt es die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung. Die Pauschalsteuern liegen im Minijobstatus bei 2 Prozent und bei kurzfristigen Beschäftigungen bei 25 Prozent (!). Mit den Pauschalsteuern ist die Steuerschuld für den Job erledigt und das Einkommen taucht nicht bei der Berechnung deiner Einkommenssteuer auf. Du kannst die Pauschalsteuern aber nicht zurückbekommen, wenn du unterhalb des Freibetrages geblieben bist. Also solltest du vor der Aufnahme der Beschäftigung mit deinen Arbeitgeber_innen darüber sprechen, wie sie dich beim Finanzamt anmelden.

    Für die richtige Anmeldung beim Finanzamt und in der Sozialversicherung sind deine Arbeitgeber_innen zuständig. Du musst diesen dafür die richtigen Angaben liefern, Nachweise erbringen (im Werkstudent_innenstatus beispielsweise die Immatrikulationsbescheinigung) und insbesondere auch Veränderungen bei weiteren Beschäftigungen mitteilen.
    Mehr zur Kombination von Beschäftigungen auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.06.2019 16:10:58


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