Deutscher Gewerkschaftsbund

Befreiing von Umsatzsteuer und deren Voranmeldung

Liebes S@W Team,

ich habe mich anfang des Jahres beim Finanzamt als selbstständige Kleinunternehmerin angemeldet, da ich gelegentlich als Honorarkraft bei meinem ehemaligen Praktikumsgeber arbeite. Die Aufträge sind sehr unregelmäßig und selten und somit werde ich definitiv nicht mehr als 450€ im Monat verdienen. Das Finanzamt hat mich nun aufgefordert innerhalb einer Woche Steueranmeldungen für die Umsatzsteuer zu machen, aber ich frage mich, ob ich mit der Kleinunternehmerregelung nicht von der Umsatzsteuer und der Voranmeldung befreit bin?
Muss ich als selbstständige Studentin mit einem geringerem Einkommen als 450€ überhaupt Steuern zahlen?

Ich bin sehr dankbar für eine baldige Rückmeldung, auch über Telefon.
Liebe Grüße
Lina

Lina : 05.06.2019 10:34:29 |
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  • RE: Befreiing von Umsatzsteuer und deren Voranmeldung

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Wenn du unter 450 Euro monatlich als selbstständig Beschäftigte einnimmst, gelten in der Sozialversicherung (SV) die Geringfügigkeitsgrenzen und du musst in der SV tatsächlich keinerlei Abgaben zahlen.

    Bei den Steuern sieht es allerdings anders aus. Hier gibt es keine monatlichen Geringfügigkeitsgrenzen, sondern eine jährliche Grenze. Zudem musst du als Selbstständige zwischen deiner individuellen Einkommenssteuer und der Umsatzsteuer für dein Unternehmen unterscheiden.

    Einkommenssteuer zahlst du erst für den Teil deines Einkommens, der den Freibetrag von aktuell (2019) 9.168 Euro pro Kalenderjahr überschreitet. Dabei wird dein Einkommen aus abhängiger und selbstständiger Tätigkeit gemeinsam betrachtet. Als Einkommen zählt bei Selbstständigen nur der Gewinn, du kannst also alle Ausgaben von den Einnahmen abziehen. Dein Einkommen teilst du dem Finanzamt mit einer Steuererklärung mit, wenn du über dem Freibetrag verdient hast. Meistens musst du aber auch eine einreichen, wenn du weniger verdient hast. Zum Beispiel, wenn du neben einer abhängigen Beschäftigung mehr als 410 Euro pro Jahr (!) aus einer selbstständigen Tätigkeit verdient hast. Oder immer dann, wenn das Finanzamt dich dazu auffordert. Die Steuererklärung für 2018 ist bis zum 31. Juli 2019 fällig.

    Neben der Einkommensteuer fällt auch Umsatzsteuer an, wenn du im vergangenen Jahr mehr als 17.500 Euro Umsatz hattest und im laufenden Jahr voraussichtlich mehr als 50.000 Euro Umsatz haben wirst. Wenn du vorhersehbar einen geringeren Umsatz haben wirst, kannst du gleich mit der Anmeldung beim Finanzamt die Befreiung von der Umsatzsteuer beantragen, was du ja getan hast.
    Warum das Finanzamt nun dennoch eine Voranmeldung haben will, kann ich dir leider nicht beantworten. Wurde deinem Antrag auf Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht eventuell nicht stattgegeben? Oder ist der Antrag noch nicht durch?
    Ich empfehle dir erstmal beim Finanzamt direkt nach den Hintergründen zu fragen. Wenn das nicht hilft, solltest du am Besten eine professionelle Steuerberatung aufsuchen und dich beraten lassen. Wir können und dürfen dir hier leider nur allgemeine rechtliche Infos zukommen lassen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in einem unserer Büros bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.06.2019 14:07:40


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