Deutscher Gewerkschaftsbund

Arbeitszeiten

Liebe Leser,
ich arbeite derzeit in einem Schichtsystem.
Die Schichten liegen zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr abends.
Da wir momentan zu wenig Angestellte haben, arbeite ich manchmal 100 Stunden statt 80 Stunden im Monat bzw. auch mal gerne 50 Stunden in der Woche.
Da wir am Wochenende bisher HomeOffice machen durften und das uns nun gestrichen wurde, möchten wir Werkstudenten gerne erfahren, ob so eine Umstrukturierung rechtens ist und ob wir eigentlich Anspruch auf Feiertags-/Wochenend- oder Randzeitenzuschläge hätten.
Außerdem redet unser Vorgesetzter immer von einer Ausnahme von der 80-Stunden-Regelung, wenn man an Randzeiten bzw. am Wochenende arbeitet, ist das so richtig?

Mit besten Grüßen

Karsten

Karsten: 04.06.2019 12:57:20 |
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  • RE: Arbeitszeiten

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zuerst zur Werkstudent_innenregelung in der Sozialversicherung, die auch als 20 Stunden Regel bekannt ist.
    Diese Regelung ist ein Status innerhalb der Sozialversicherung speziell für Studierende. Dieser besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,3 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium zeitlich im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen:
    Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten.
    Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Der Umfang und die Lage der Arbeitszeit sollte im Vertrag geregelt sein. Zwar haben die Arbeitgeber_innen das Direktionsrecht und können somit festlegen, wann die Arbeit zu verrichten ist, aber das ganze muss sich im Rahmen der Vereinbarung des Arbeitsvertrags bewegen.
    Einen gesetzlichen Anspruch auf Zuschläge habt ihr nicht. Bei Arbeit an einem Sonntag, habt ihr jedoch einen gesetzlichen Anspruch auf einen Ersatzruhetag, der innerhalb von zwei Wochen gewährt werden muss.
    Bei Nachtarbeit muss auch eine angemesse Zahl bezahlter freier Tage gewährt werden oder aber ein angemessener Zuschlag. Nachtarbeit bedeutet die Zeit zwischen 23 bis 6 Uhr.
    Mehr zur Arbeitszeit auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQj

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in einem unserer Büros bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 06.06.2019 17:42:40


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