Deutscher Gewerkschaftsbund

3monatige Praktikum zwischen Bachelor und Master

Nach meinem Bachelor im März mache ich nun ein befristetes 3 monatige Praktikum (bezahlt, 40 Stunden Woche) vor meinem Master (zum Master habe ich mich schon für das WS beworben).Das Praktikum hat mit meinem Studium zu tun.
Trotz der 3 monatigen Befristung weigert sich der Arbeitgeber eine kurzfristige Beschäftigung anzuerkennen und sagt auch es liegt auf jeden Fall eine berufsmäßige Beschäftigung vor. Alles agrumentieren bringt nichts. Er will mich sozialvericherungspflichtig als normaler Arbeitnehmer anmelden. Was kann ich tun?

lk: 14.05.2019 19:05:22 |
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  • RE: 3monatige Praktikum zwischen Bachelor und Master

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Auf Basis deiner Informationen würde ich sagen, dass dein Arbeit-/Praktikumsgeber recht hat. Er ist gesetzlich verpflichtet, dich korrekt in der Sozialversicherung anzumelden!

    Eine kurzfristige Beschäftigung ist nicht nur an die zeitlichen Grenzen gebunden, sondern auch daran, ob sie berufsmäßig ausgeübt wird. Das heißt, dass sie von "untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung" sein muss. Davon wird grundsätzlich ausgegangen, wenn du eine Hauptbeschäftigung hast, also entweder einen Hauptjob oder ein Studium betreibst. Wenn du quasi arbeitslos bist und in der Zeit eine Beschäftigung aufnimmst, kann diese nicht als kurzfristige Beschäftigung angemeldet werden, selbst wenn sie vom zeitlichen Rahmen sonst unter die Kriterien fallen würde. Dann wird der Job berufsmäßig ausgeübt und ist ab dem ersten Tag voll sv-pflichtig anzumelden. Das würde sogar gelten, wenn du nur für eine Woche angestellt werden würdest.

    Du bist nun ganz normale_r Absolvent_in, hast keine Hauptbeschäftigung und auch kein Studium (mit dem Bachelor bist du fertig und einen Master studierst du noch nicht) und Freiwillige Praktika nach dem Studium sind nicht anders zu behandeln als andere reguläre Beschäftigungen. Du hast Anspruch auf den Mindestlohn und bist entsprechend der Vergütungshöhe sozialversicherungspflichig anzumelden.

    Das muss aber nicht zu deinem Nachteil sein! Das bedeutet zwar, dass von deinem Gehalt Beiträge in die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (RV, KV, PV, AV) eingezogen werden. Dafür bist du dann aber auch über den Job krankenversichert! Und diese Sozialversicherungsabgaben führen zudem zu entsprechenden Ansprüchen! So erwirbst du z.B. Ansprüche auf Leistungen aus der Rentenversicherung, der Krankenversicherung (u.a. auf Krankengeld) und aus der Arbeitslosenversicherung (z.B. später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Nutze auch unser Beratungsangebot bei dir vor Ort! https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inS
    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich dort persönlich beraten lassen oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork!

    S@W: 16.05.2019 11:16:20


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