Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent, Kurzfristige Beschäftigung und Minijob

Hallo,
ich bräuchte Hilfe bei der folgenden Sache:
Ich habe im Dezember einen Vertrag als kurzfristige Beschäftigung abgeschlossen. Da bin ich inzwischen bei ca. 22 Tagen. Leider ist diese Arbeit sehr unregelmäßig und ich werde in den nächsten Monaten wahrscheinlich nur ca. 10 Stunden im Monat da anfangen. Jetzt habe ich im April einen Werkstundentenvertrag bekommen, bei dem ich in den Semesterferien 30h/Woche und während dem Semester 14h/Woche arbeite kann. Der Vertrag ist aber auch auf ein Semester befristet.
Meine erste Frage ist, ob ich die kurzfristige Beschäftigung über die Steuerklasse VI laufen lassen kann, oder ob automatisch die 2. Tätigkeit als Werkstudent als Steuerklasse VI angemeldet wird.
Meine 2. Frage ist: Ich habe auch zusätzlich noch ein Angebot für einen Minijob, bei dem ich maximal 20h im Monat arbeiten würde. Eher 12h im Monat. Das wäre aber definitiv nur am Wochenende, also außerhalb der Vorlesungsfreien Zeit. Würde das denn zusätzlich noch gehen? Darf man das? Und wie würde man das anmelden?
Vielen Dank für die Hilfe und liebe Grüße
Elina

Elina: 13.03.2019 22:48:07 |
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  • RE: Werkstudent, Kurzfristige Beschäftigung und Minijob

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Kurzfristige Beschäftigungen sind auf 70 Tage bzw. 3 Monate im Jahr beschränkt. Es gibt keine Entgeltbegrenzung und das Einkommen ist sozialversicherungsfrei. Wenn es deine erste Beschäftigung war, wird diese in der Regel in der Lohnsteuerklasse 1 angemeldet. Alternativ besteht die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung in Höhe von 25 Prozent (!). Wie du angemeldet bist, siehst du auf deiner Entgeltabrechnung. Mit den Pauschalsteuern ist die Steuerschuld für den Job erledigt und das Einkommen taucht nicht bei der Berechnung deiner Einkommenssteuer auf. Du kannst die Pauschalsteuern aber nicht zurückbekommen, wenn du unterhalb des Freibetrages geblieben bist. Also solltest du vor der Aufnahme der Beschäftigung mit deinen Arbeitgeber_innen darüber sprechen, wie sie dich beim Finanzamt anmelden.

    Neben einer kurzfristigen Beschäftigung eine Werkstudent_innentätigkeit auszuüben, ist kein Problem. Die Arbeitszeit aus einer kurzfristigen Beschäftigung wird bei der 20-Stunden-Grenze des Werkstudent_innenjobs nicht betrachtet. . Abends und nachts, am Wochenende und in der vorlesungsfreien Zeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht. Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Du hast, wie alle Steuerpflichtigen, einen jährlichen Grundfreibetrag von aktuell (2019) 9.000 Euro + 1.000 Euro Werbungskostenpauschale. Erst auf den darüber liegenden Teil deines Einkommens zahlst du Steuern.
    Dieser Freibetrag wird jedoch nur auf den zeitlich zuerst aufgenommenen Job angewendet. Ein zweiter/dritter/weiterer Job wird in der Lohnsteuerklasse VI angemeldet, was zu recht hohen Abzügen führt. Wenn du bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Einkommenssteuererklärung einreichst, kannst du zu viel gezahlte Lohnsteuern zurückbekommen. Alternativ kannst du bei deinem zuständigen Finanzamt beantragen einen Teil deines Freibetrages auf den weiteren Job zu übertragen. Zudem kannst du auch beantragen die Lohnsteuerklassen durch zu tauschen.
    Wie das geht und mehr zu Steuern auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​studium/​dein-job/​steuern

    Der Minijob kann als Minijob angemeldet werden, solange die Einkommensgrenze in Höhe von 450 Euro pro Monat eingehalten wird. In diesem Fall zahlst du lediglich 3,6 Prozent in die Rentenversicherung aus deinem Lohn. Die Arbeitszeit aus dem Minijob wird allerdings bei der Berechnung des Werkstudent_innenstatus mit betrachtet. Zu den Ausnahmen siehe oben. Wenn sich dadurch der Status deines Werkstudent_innenjobs ändert (bei Überschreiten wird der Job als reguläre Beschäftigung angemeldet), bleibt es beim Minijob trotzdem bei der Geringfügigkeit.
    Mehr zu Minijobs auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich auch persönlich in unserem Büro bei dir vor Ort beraten lassen ( https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2D ) oder dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 14.03.2019 11:39:27


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