Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent/Minijob

Hallo,

ab März fange ich einen Werkstudentenjob mit 18h/Woche an. Im April hätte ich zudem einen lukrativen 450 Euro Job in Aussicht.
Die Dauer des 450 Euro Jobs beträgt insgesamt 1 Woche (Arbeitszeit max.40h). Die 5 Arbeitstage sind nicht am Stück zu leisten, sondern es besteht die Option es auf 2-3 Arbeitstage unter der Woche zu splitten, also dann eine verteilte Arbeitszeit über 2 Wochen.

Nun meine Frage ist es denn möglich oben genanntes Beispiel, neben einer Werkstudententätigkeit durchzuführen? Ich würde nur in diesen Zeitraum von 1-2 Wochen einen Nebenjob machen, also kein dauerhafter Zustand neben dem Werkstudentenjob.
Was gilt für mich zu beachten und würden mir zusätzliche Steuern abgezogen?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Nik: 06.02.2019 11:52:20 |
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  • RE: Werkstudent/Minijob

    Hallo Nik,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Student darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Welche Auswirkungen welche Jobkombi in den unterschiedlichen Bereichen Steuern, Arbeitsrecht und Sozialversicherung hat, hängt maßgeblich von Art und Umfang der einzelnen Beschäftigungen und der jeweiligen sowie gesamten Einkommenshöhe ab.

    Im Bereich Steuern ist dein Gesamteinkommen ausschlaggebend. Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9168€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung). Wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und zwar auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) über-steigt. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB

    Hast du bei mehreren Beschäftigungen in unterschiedlichen Lohnsteuerklassen ggf. hohe Abzüge, kannst du sämtliche zu viel eingezogenen Steuern am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQM
    Bei Minijobs kommt die Besonderheit dazu, dass diese in der Regel pauschal mit 2% versteuert werden (meistens über die Arbeitgeber_innen, so dass du das gar nicht mitbekommst). Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden.
    Wenn der Minijob allerdings über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6.
    Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9168€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Arbeitsrechtlich ist bei der Kombi nur zu beachten, dass du die gesetzlichen Schutzregelungen nach dem Arbeitszeitgesetz beachtest. Demnach darfst du nicht mehr als 8h/Tag (10h/Tag bei Ausgleich) und damit nicht mehr als 48h/Woche abhängig beschäftigt werden. Da zählt die Arbeitszeit aus allen Jobs zusammen.
    Auch die gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten sind einzuhalten. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQj

    Im Bereich Sozialversicherung (SV) kannst du problemlos eine sv-pflichtige Beschäftigung ( = >450€/Monat) mit einen Miniob kombinieren. Beide werden getrennt betrachtet.
    Der Minijob wird nach Minijobregeln abgerechnet (sozialversicherungsfrei, bis auf 3,6% Rentenversicherung, wovon du dich auf Antrag befreien lassen kannst) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge und die sv-pflichtige Beschäftigung je nachdem, wieviel du arbeitest und verdienst.
    So gibt es für Studierende in der SV einen Sonderstatus. Bei diesem sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der SV, den Vollzeitstudent_innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeiten.
    Diser Status bedeutet, dass von deinem Gehalt aus der sv-pflichtigen Beschäftigung nur 9,3% Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, aber keine Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten (studentisch für ca. 90€/Monat) und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wo-chenendarbeit möglich. Letzteres gilt nur für auf maximal 26 Wochen befristete Beschäftigungen, bei denen die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit auf abends/nachts oder das Wochenende fällt.
    Mehr hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 11.02.2019 15:33:34


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