Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudent nach Abgabe der Masterarbeit

Ich schreibe gerade an meiner Masterarbeit und werde diese zum 31.03.2018 abgeben. Gleichzeitig arbeite ich als Werkstudent 20h/Woche, wobei mein Vertrag auf September 2018 befristet ist. Ich würde nun gerne nach Abgabe meiner Masterarbeit für 3 weitere Monate bei meinem derzeitigen Arbeitgeber arbeiten. Meine Frage ist nun, ob ich weiter mit meinem derzeitigen Werkstudentenvertrag arbeiten kann? Alternativ hat mir mein Arbeitgeber vorgeschlagen den Vertrag in einen Praktikumsvertrag umzuwandeln. Da mein Chef sich nicht sicher ist, ob ich als Werkstudent weiter arbeiten kann. Jedoch würde ich als Praktikanten wesentlich schlechter bezahlt werden:
- Praktikanten Verdienst: 800 €
- Werkstudent Verdienst: 1760 € (11€/h; 40h pro Woche?

Meine Frage ist nun ob ich regulär als Praktikant weiterarbeiten kann?

Yannik: 18.01.2019 19:19:56 |
Tags:
  • RE: Werkstudent nach Abgabe der Masterarbeit

    Hallo Yannik,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich lediglich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV) und keine arbeitsrechtlich relevante Kategorie.
    Das heißt, an deinem Vertrag muss gar nichts geändert werden, außer ggf. eine entsprechende Stundenanpassung oder Lohnerhöhung (wenn du jetzt fertig mit dem Studium bist). Wenn der Vertrag bis September (ich vermute 2019 ;-)) befristet ist, gilt er uneingeschränkt bis dahin weiter.

    Je nachdem, wann dein Studium tatsächlich beendet ist und/oder wie viel du arbeitest, musst du lediglich entsprechend in der SV angemeldet werden.
    Bei abhängig beschäftigten Studierenden wird dabei die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen: arbeiten Vollzeitstudent_innen nicht mehr als 20h/Woche, sind sie im Werkstudent_innensttaus anzumelden. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Willst du Vollzeit arbeiten, entfällt der Werkstudent_innenstatus (unabhängig davon, ob du noch eingschrieben bist oder nicht) sowieso und du bist wie jeder ander Arbeitnehmer auch voll sv-pflichtig anzumelden.
    Dies hat keine arbeitsrechtlichen Auswirkungen, sondern nur auf deine Abgaben in der SV. Der Unterschied:

    - Wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet, werden von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat)

    - Wirst du als Arbeitnehmer voll sv-pflichtig angemeldet, werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für KV/PV.
    Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Unabhängig von deiner regelmäßigen Wochenarbeitszeit entfällt der Werkstudent_innenstatus auch mit Ablauf des Monats, in dem du schriftlich über das Gesamtergebnis deiner Prüfungsleistung unterrichtet wurdest.
    Wenn du dich zum 31.3. exmatrikulierst, entfällt die Möglichkeit zum Werkstudistatus selbstverständlich auch.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 24.01.2019 16:07:59


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