Deutscher Gewerkschaftsbund

20-Stunden-Grenze in den Weihnachtsfeiern

Guten Tag,
Meine Frage wäre ob ich Sozialversicherungen zahlen muss wenn ich in den weihanchtsferien über 20 Stunden gekommen bin, denn das ist es was ich jetzt machen soll.
Was mich etwas irritiert, denn offiziell ist die Uni geschlossen und somit ist mein Studium auch nicht gefährdet durch das überschreiten.
Würde mich freuen wenn mir da wer helfen kann ob das in Ordnung ist das ich das zahlen soll.

Mit freundlichen Grüßen
Marcel K.

K.: 18.01.2019 10:55:45 |
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  • RE: 20-Stunden-Grenze in den Weihnachtsfeiern

    Hallo Marcel,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    So pauschal lässt sich deine Frage nicht beantworten. Hast du tatsächlich nur einmalig in den Weihnachtsferien etwas mehr gearbeitet, sollte das keinen Einfluss auf deine Sozialversicherungsabgaben haben. Grundsätzlich musst du aber auch als Student in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (>/= 450,01€/Monat Gehalt) Abgaben zahlen, nämlich 9,3% Rentenversicherungsbeitrag (RV). Nur von den anteiligen gehaltsabhängigen Beiträgen in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV) bist du dann befreit, solange du als Werkstudent giltst.
    Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent_innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten. Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Nun kann ich aber nicht beurteilen, ob es eventuell schon öfter zu einer Überschreitung gekommen ist oder es andere Gründe gibt, warum sich dein SV-Status ändern könnte.

    Der finanzielle Unterschied ist in vielen Fällen aber gar nicht so groß, bzw. ist je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du voll sv-pflichtig Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Der Unterschied:
    Wirst du in der SV als Werkstudent angemeldet, werden von deinem Gehalt nur 9,3% Beiträge in die RV) eingezogen. Krankenversichern musst du dich selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat)

    Wirst du als Arbeitnehmer voll sv-pflichtig angemeldet,werden von deinem Gehalt anteilig ca. 20% Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Verdienst du nicht mehr als 850€/Monat, werden zudem die Regelungen in der Gleitzone angewendet, das heißt, die SV-Beiträge für dich günstiger berechnet. Das gilt sowohl im Werkstudi- als auch im Arbeitnehmer_innenstatus. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 22.01.2019 14:28:34


  • RE: 20-Stunden-Grenze in den Weihnachtsfeiern

    Guten Tag,

    Zunächst einmal vielen Dank, dass sie mir in meiner Angelegenheit helfen. Da ich nicht genau weiß, was sie alles für Informationen brauchen, schreibe ich mal lieber mehr.

    Und zwar bin ich seit dem Wintersemester 2014/15 Student und seit August 2013 Angestellter bei einem Supermarkt mit einem unbefristeten 10 Stunden Vertrag und verdiene in der Regel mehr als 850€/Monat.

    Ich arbeite aufgrund meines Studiums in der Regel nur Abends gegen 19/20 Uhr, es sei denn ich habe früh Schluss und kann auch früher anfangen. Dazu kommt noch das ich so gut wie jeden Samstag arbeite und mein Studium definitiv vor meiner Arbeit kommt.

    In der Kalenderwoche 52 (2018) war ich 23,98 Stunden Arbeiten, da mein Arbeitgeber(Markt Intern) mir zugestimmt hat, in den Weihnachtsferien über meine 20-Stunden-Grenze kommen zu dürfen und das Werkstudentenprivileg zu behalten.

    Jedoch habe ich in KW 3(2019) einen Brief bekommen, dass ich in besagter Zeit über die Grenze gekommen bin und nun Abgaben habe.

    Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass es das zweite Mal war, dass ich über diese Grenze gekommen bin. Das erste mal war jedoch schon Anfang 2017, weil ich von der Änderung nichts mitbekommen habe bzw. zu Spät Informiert wurde.

    Als ich mir dann das Rundschreiben GKV-Spitzenverband, DRV und Bundesagentuer für Arbeit vom 23.11.2016 (Versicherungsrechtliche Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten ) durchgelesen habe, muss ich ehrlich gesagt zugeben habe ich nicht ganz verstanden, wieso ich diese Abgaben habe. Denn meiner Meinung nach bezieht sich das Schreiben, im Abschnitt 1.2.4 a, lediglich darauf das man in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) über die 20-Stunden-Grenze kommen darf, was für mich nur eine Beispiel Aufzählung ist und daraus nicht zu schließen ist,dass man NUR in den Semesterferien mehr arbeiten darf.

    Da jedoch mein Arbeitgeber sich darauf bezieht das man nur in den Semesterferien über die 20-Stunden-Grenze kommen darf, füge ich Ihnen gerne das Urteil vom BSG vom 22.2. 1980 - 12 RK 34/79 -, USK 8053 hinzu, wo drin steht:

    "...Auch nach der Auffassung des 3. und 7. Senats gilt nämlich die Zeitgrenze von 20 Wochenstunden nur für eine Beschäftigung während des Semesters; nicht zulässig ist deshalb eine Durchschnittsberechnung, die auch Beschäftigungszeiten während der Semesterferien einbezieht. Ein Student, der während der Ferien, dh in einer Zeit, in der er durch Lehrveranstaltungen oder sonstige mit dem Studium zusammenhängende Anforderungen nicht belastet ist, mehr als zwanzig Stunden wöchentlich arbeitet, ist in dieser Zeit versicherungsfrei...."

    was mir zu verstehen gibt,dass ich nur nachweisen muss das ich dort keine Lehrveranstaltungen, Prüfungen oder ähnliche Verpflichtungen gegenüber meiner Universität hatte.

    Und da meine Uni sogar auf der Homepage zu stehen hat, das dort keine Vorlesungen( Lehrveranstaltungen) stattfinden muss ich ehrlich sagen, das ich nicht verstehe wieso mir für diese Woche mir das Werkstudentenprivileg entzogen wurde.

    Ich bin Hauptberuflich Student, bin nur ein Mal über die Grenze gekommen in den letzten 90 Wochen(oder so ähnlich),hatte keine Lehrveranstaltungen oder ähnliches und die Spezifikation die mein Arbeitgeber von der Deutschen Rentenversicherung bekommen hat wurde mir nicht zugetragen und steht ebenfalls nicht in dem Rundschreiben vom 23.11.2016.

    Das war zunächst alles was mir auf die schnelle eingefallen ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Marcel Kurtze

    Marcel: 22.01.2019 16:08:26


  • RE: 20-Stunden-Grenze in den Weihnachtsfeiern

    Hallo Marcel,

    wir können im Rahmen der Onlineberatung nur allgemeine Rechtsauskünfte geben, so dass ich nur nochmal wiederholen kann, dass einmalige Überschreitungen der 20h-Regel normalerweise keine Auswirkungen auf deinen SV-Status haben. Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit und eben nicht einzelne Spitzen (die spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Wenn es aslo tatsächlich nur um eine einzige einmalige Überschreitung in gesamt 2018 von weniger als 4h handelt, kann ich die Entscheidung deines Arbeitgebers nicht nachvollziehen.
    Rechtlich deinen konkreten Einzelfall prüfen können und dürfen wir aber nicht.

    Um deinen Status rechtssicher prüfen zu lassen, kannst du dich an die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) wenden und dort ein Statusfeststellungsverfahren beantragen. www.deutsche-rentenversicherung.de
    Konkrete Einzelfallprüfungen dürfen außer den Sozialversicherungsträgern nur noch Jurist_innen.

    Aber vielleicht hilft auch schon ein Anruf bei deiner Krankenkasse? Wenn die deine Einschätzung und nicht die deines Arbeitgebers teilen, können die dir vlt was schreiben oder gleich direkt mit deinem AG sprechen, um das aufzuklären?

    Wenn du noch Fragen hast, nutze bitte auch die persönliche Beratung bei dir vor Ort, dort lassen sich nachfragen wesentlich schneller klären. An der TU kannst du dich 2 x pro Woche direkt von meinen Kolleg_innen beraten lassen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y Wenn das zeitlich nicht passt, kannst du auch zu unserem Büro in der HU gehen. Selbstverständlich kannst du dich aber auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    S@W: 28.01.2019 15:09:03


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