Deutscher Gewerkschaftsbund

Pflichtpraktikum und Werkstudent

Hallo,
ich bin momentan als Werkstudentin in der Verwaltung angestellt. Ich arbeite dort 15 Stunden die Woche, die ich an zwei Tagen abarbeite, und der Vertrag ist auf drei Monate begrenzt.
Der Zeitraum beläuft sich von Januar bis Ende März.
Da ich von Mitte Februar bis Ende März Semesterferien habe, wollte ich noch gerne ein Praktikum an den restlichen drei Tagen der Woche machen. (Ein Pflichtpraktikum, unbezahlt)
Jetzt meinte die Personalabteilung zu mir, dass ich vorher einen Antrag stellen muss, damit ich dieses Praktikum überhaupt absolvieren darf und sie das dann ohne Angabe von Gründen einfach ablehnen können und in der Regel so auch handhaben, auch wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind (Pflichtpraktikum, unbeezahl, Max. 25 h die Woche, Arbeitsvertrag...)
Darf sie das? Was könnte ich sonst dagegen unternehmen?

Kathrin : 17.01.2019 21:52:34 |
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  • RE: Pflichtpraktikum und Werkstudent

    Hallo Kathrin,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Ein Pflichtpraktikum ist ein in deiner Studienordnung zwingend vorgeschriebenes Praktikum. Handelt es sich tatsächlich um ein Pflichtpraktikum, ist das also Teil deines Studiums. Dass das untersagt werden könnte, solange keine gesetzlichen Arbeitsschutzregeln verletzt werden, habe ich noch nie gehört. Die verbieten dir vermutlich ja auch nicht Vorlesungen und Seminare zu besuchen, oder?

    Ob es allerdings bei euch irgendwelchen internen Regelungen gibt, welche das sind, ob diese rechtlich haltbar sind etc., kann ich nicht einschätzen.
    Ein Grund, ein Praktikum (auch ein Pflichtpraktikum) zu verbieten, wäre z.B. eine inhaltliche Unvereinbarkeit. Das könnte zum Beispiel zutreffen, wenn du bei einem Zeitungsverlag arbeitest und dann ein Praktikum bei einem Konkurrenzverlag machen wollen würdest.
    Alles andere macht in meinen Augen keinen Sinn.

    Bekommst du denn in deinem Job deinen gesetzlichen Urlaubsanspruch gewährt und Entgeltfortzahlung bei Krankheit? Das wird studentsichen Beschäftigten nämlich gerne vorenthalten, obwohl sie genause arbeitsrechtliche Ansprüche haben, wie alle anderen (Teilzeit-)Beschäftigten auch!
    Ich frage deshalb, weil, wenn nicht, könntest du einer Verbotsandrohung ggf. damit begegnen, dass du sie auf ihre arbeitsrechtlichen Verstöße aufmerksam machst.
    Vielleicht werden si dann kooperativer ;-)

    Sollte dir ein Pflichtpraktikum tatsächlich verboten werden, lass dir das schriftlich geben und sprich mit deiner zuständigen Praktikumsstelle in deinem Institut.
    Alle großen Berliner Unis bieten zudem eine hochschul- und prüfungsrechtliche Beratung (teilweise durch Anwält_innen), die HU auch eine anwaltliche Beratung zu Arbeitsrecht an. Diese sind für Studierende kostenlos!
    Anwält_innen dürfen auch konkret deinen Arbeitsvertrag prüfen und schauen, ob es rechtsgültige Klauseln dazu gibt, ob dir ein Praktikum tatsächlich untersagt werden kann.
    Termine findest du hier:
    https:/​/​www.refrat.de/​beratung.recht.html
    http:/​/​www.refrat.de/​lust.rechtsberatung.html
    https:/​/​asta.tu-berlin.de/​service/​hochschul-studien-beratung
    https:/​/​www.astafu.de/​beratungen#hochschule
    https:/​/​www.astafu.de/​beratungen#recht

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 22.01.2019 14:00:51


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