Deutscher Gewerkschaftsbund

Beschäftigung an der TU

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich meiner Beschäftigung an der TU.
Ich bin momentan noch über die Familie krankenversichert und würde dies auch gerne bleiben.
Allerdings liegt die Grenze für den Verbleib in dieser nomentan bei 445 Euro.
Mit meiner 40h Beschäftigung und den Zuschlägen der TU in Höhe von 1,52 € übersteige ich diese Grenze allerdings um knapp 30 Euro.

Ich würde deshalb gerne auf den Zuschlag verzichten. Allerdings hat die Zuständige Sekretärin dies abgelehnt. Ist das zulässig? Schließlich war der Zuschlag ja nicht dazu gedacht, die studentischen Beschäftigen schlechter dastehen zu lassen

Vielen Dank schon mal :)

Gruß

Adrian: 09.01.2019 14:53:48 |
Tags:
  • RE: Beschäftigung an der TU

    Hallo Adrian,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung beträgt 445€/Monat, das entspricht ca. 528€/Monat brutto. Erst wenn du mehr verdienst, musst du dich selbst studentisch kranken- und pflegeversichern (ca. 90€/Monat). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    Meines Wissens nach zahlt die TU Berlin seit dem 01.01.2018 (ab dem Datum war der Tarifvertrag für studentisch Beschäftigte TV Stud II gekündigt und nicht mehr gültig) 12,50€/Stunde, was bei einer 40h-Stelle genau 500€/Monat macht. Die Einkommensgrenze in der gesetzlichen Familienversicherung ist damit nicht überschritten. Spätestens zum 1. Juli 2019 wäre die TU sogar nach Tarifvertrag TVStud III dazu verpflichtet, mindestens 12,50€/Stunde zu zahlen.

    Was du nun mit dem Zuschlag, den du benennst, genau meinst, ist mir nicht ganz klar. Laut TV Stud III gibt es zwar Zuschläge, z.B. für Nachtarbeit, Arbeit an Feiertagen, Samstagen etc., diese betragen aber mindestens 20% (also mehr als 1,52€/Stunde). Zur Zahlung der Zuschläge sind die Berliner Unis auch tarifvertraglich verpflichtet.
    Bekommst du denn aktuell 14,02€/Stunde? Wenn ja, wirst du dich dann wohl oder übel mit der Einkommenshöhe selbst studentsich krankenversichern müssen.
    Dass du damit dann individuell aufgrund des Wegfalls der Familienversicherung schlechter gestellt wärst, spielt dabei keine Rolle. Für die meisten Studierenden ist das höhere Gehalt und eventuelle Zuschläge ja auch kein Nach-, sondern eher ein Vorteil. Rechtlich wirst du da vermutlich wenig machen können, du hast dich auf die Stelle unter den angebotenen Bedingungen beworben. Selbstverständlich kannst du die Stelle auch ablehnen, wenn dir persönlich die Bedingungen nicht zusagen und dir einen Minijob suchen, bei dem du weiterhin familienversichert sein kannst.

    Es tut mir leid, dir da keine besseren Nachrichten bieten zu können, aber vielleicht kannst du dich ja damit arrangieren, wenn du dir klar machst, dass das höhere Gehalt und die Zuschläge wirklich für viele studentsich Beschäftigte wichtig und gut ist.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2y oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.01.2019 16:40:23


  • RE: Beschäftigung an der TU

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich glaube, dass Du bezüglich des neuen Tarifvertrages Recht hast. Ich verdiene momentan also brutto 500 Euro.
    Ausgezahlt werden mir um die 470 Euro, was ja über der Grenze liegt.

    Ich überschreite also die Netto Grenze, aber unterschreite die Brutto Grenze.
    Welche ist denn verbindlich?
    Ich erinnere mich, dass man auch freiwillig in die Rentenkasse einzahlen kann. Würde ich dies tun, würde mein Netto Lohn vielleicht unter die Grenze fallen.
    Ginge das?

    Vielen Dank im Voraus

    Gruß

    Adrian

    Adrian: 10.01.2019 16:49:07


  • RE: Beschäftigung an der TU

    Hallo Adrian,

    die Einkommensgrenze für die gesetzliche Familienversicherung beträgt brutto ca. 528€/Monat. Das ist der Betrag, der relevant dafür ist, ob du weiterhin familienversichert sein kannst. Höhere RV-Abzüge und damit ein vermindertes Nettoeinkommen spielt keine Rolle (freiwillg mehr zu zahlen erhöht aber deine späteren Rentenansprüche, darüber nachdenken ist also nicht falsch).
    Mit 500€/Monat brutto solltest du aber dann sowieso problemlos in der Familienversicherung bleiben können, da der Betrag unterhalb der 528€/Monat liegt.
    Die 528€/Monat gegenüber den 445€/Monat kommen dadurch zustande, dass dein Bruttoeinkommen noch um die anteilige Werbungskostenpauschale (1000€/Jahr, entspricht also ca. 83€/Monat) bereinigt wird. Diese steht allen abhängig Beschäftigten zu - und manchmal muss man auch einzelne Krankenkassen daran erinnern, die Bereinigung vorzunehmen ;-)
    Rechtsquelle ist das Rundschreiben "Gesamteinkommen" der GKV-Spitzenverbände, das kannst du gern deiner Krankenkasse gegenüber erwähnen, falls es nötig werden sollte. https:/​/​www.vdek.com/​vertragspartner/​mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/​familienversicherung/​_jcr_content/​par/​download/​file.res/​gr_gesamteinkommen.pdf

    Beste Grüße
    Andrea

    S@W: 10.01.2019 17:04:20


  • RE: Beschäftigung an der TU

    Vielen Dank für die Hilfe. Jetzt ist alles klar und ich werde alles bei der Krankenkasse einreichen.

    Gruß Adrian

    Adrian: 10.01.2019 17:08:52


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.

WIR IM SOCIAL WEB