Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubsanspruch

Hallo,

Ich arbeite 20 Stunden pro Woche als Werkstudentin. In meinem Arbeitsvertrag wurde vereinbart, dass ich für 10 Stunden Arbeit eine Stunde Urlaub bekomme. Diesen Urlaub darf ich allerdings nicht als bezahlten Urlaub frei nehmen, sondern er wird mir beim Gehalt am Ende des Monats zusätzlich ausbezahlt. Das führt natürlich dazu, dass ich mir sehr selten frei nehme, da ich von der Auszahlung fast gar nichts sehe, da so natürlich mehr Abgaben anfallen und dann außerdem ja das Geld fehlt, wenn ich mal nicht arbeiten gehe.
Ist das so rechtens? Was kann man tun, damit wir diesen Urlaub als bezahlten Urlaub nehmen können? Unsere Chefin würde das bestimmt nicht erlauben.
Vielen Dank für eure Hilfe!

Tatjana: 09.01.2019 11:26:53 |
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  • RE: Urlaubsanspruch

    Hallo Tatjana,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Was deine Chefin da macht, ist gesetzeswidrig! Alle abhängig Beschäftigten haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub - und zwar für mindestens 4 Wochen im Jahr! https:/​/​www.gesetze-im-internet.de/​burlg/​__1.html
    Davon darf nicht zu deinen Ungusten abgewichen werden, nur mehr als der gesetzliche Mindesturlaub ist möglich, nicht weniger.
    Lies mal die Infos dazu auf unserer Seite: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQ3

    §7 regelt, wie der Urlaub zu gewähren ist, nämlich als Erholungsurlaub. Eine Abgeltung ist nur unter ganz bestimmten Umständen mäglich. In Abs. 4 steht, dass der Urlaub dann abzugelten ( = auszubezahlen) ist, wenn "der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden" kann.
    https:/​/​www.gesetze-im-internet.de/​burlg/​__7.html

    Den Urlaub einfach so abzugelten ist also nicht rechtmäßig! Sprich, wenn möglich, nochmal mit deiner Chefin und weise sie darauf hin, dass das, was sie macht, gesetzeswidrig ist. Oder beatrage einfach offiziell mal 2 Wochen Urlaub und schau, was passiert. Wenn du dich nicht traust, versuch dir Unterstützung im Betrieb oder von außen zu holen. Vielleicht gibt es bei euch ja einen Betriebsrat oder so, der dich unterstützen kann?

    Ist eine Einigung mit deiner Arbeitgeberin nicht so ohne weiteres möglich, kannst du deinen Urlaubsanspruch ggf. auch einklagen. Lass dich vor so einer Entscheidung aber unbedingt vorher fachanwaltlich beraten!
    Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung über deine Mitgliedsgewerkschaft und ggf. auch auf Rechtsschutz (Vertretung deiner Anliegen vor Gericht). http:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inX
    Je nachdem, wo genau du Mitglied bist, ist eine Vertretung in Arbeitsrecht nicht möglich (z.B. bei studentischen GEW-Mitgliedern). Dann kannst du dich aber ggf. über Beratungshilfe bei eine_r/m Anwält_in deiner Wahl beraten lassen und, wenn nötig, Prozesskostenhilfe beantragen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​i0H

    Eine persönliche Erstberatung kannst du zudem hier bekommen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2s
    Selbstverständlich kannst du dich aber auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße und viel Erfolg bei der Durchsetzung deiner Rechte!
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.01.2019 15:54:44


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