Deutscher Gewerkschaftsbund

Rechtsgrundlage Vollzeitjob

Hallo,

ich bin immatrikuliert, will Vollzeit arbeiten und habe bereits gelesen, dass das wohl problemlos möglich wäre - natürlich abgesehen von Krankenversicherung und Steuern.

Wo finde ich jedoch die rechtliche Grundlage dafür? Wisst ihr, an wen man sich wenden kann? Kann es rechtliche Konsequenzen haben?

Beste Grüße

Basti: 08.01.2019 11:11:16 |
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  • RE: Rechtsgrundlage Vollzeitjob

    Hallo Basti,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Auch als Student darfst du grundsätzlich so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss. Dort bist und bleibst du Student, solange du immatrikuliert bist.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden.
    Arbeitest du ganz regulär neben dem Studium 40h/Woche, wirst du voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer.
    Das bedeutet, dass von deinem Gehalt dann anteilig Beiträge in die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (RV, KV, PV, AV). Die studentsiche Kranklenversicherung entfällt dann (und selbstverständlich auch die Kosten dafür). Außerdem erwirbst du Ansprüche auf entsprechende Leistungen aus dem SV-System (wie z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    Eine Rechtsgrundlage, in der explizit steht, dass du Vollzeit arbeiten "darfst" gibt es nicht, da das allgemein als selbstverständlich angenommen wird und es in keinem Gesetz verboten ist. Wenn du dich mit deine_m/r zukünftigen Arbeitgeber_in auf einen Vollzeitjob geeinigt hast, schließt ihr einen entsprechenden Vertrag ab, fertig. Ob du dann nebenbei noch immatrikuliert bist oder nicht, spielt keine Rolle. Arbeitsrechtlich ist das komplett irrelevant.
    Relevant ist deine Arbeitszeit nur dann, wenn du innerhalb der Sozialversicherung nicht den Arbeitnehmer_innenstatus hast, sondern den sogenannten Werkstudent_innenstatus. Dieser ist nur möglich, wenn dein Studium im Vordergrund steht, was sich v.a. an deiner wöchentlichen Arbeitszeit orientiert. Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen. Das alles ist aber ausschließlich in der Sozialversicherung relevant, sonst nirgends. Solange du entsprechend korrekt angemeldet bist, ist alles ok.
    Mehr Infos findest du hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi und hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina

    Zum Thema Steuern: Hier gibt es sowieso keine Sonderregelungen für Studierende. Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9168€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) und gilt für alle gleich. Wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und zwar auf den Betrag, der deinen Freibetrag übersteigt. Je höher dein Einkommen, desto höher steigt der Steuersatz. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB
    Du wirst bei abhängiger Beschäftigung ganz normal beim Finanzamt angemeldet und von deinem Gehalt die Einkommenssteuer automatisch abgeführt. Ausgezahlt bekommst du dann dein Nettoeinkommen.
    Wenn du noch besondere Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten geltend machen kannst, hast du als Arbeitnehmer die Möglichkeit einer freiwilligen Steuererklärung. Das geht bis zu vier Jahre rückwirkend. Dort kannst du ggf. auch Ausbildungskosten geltend machen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQM

    Viel Erfolg beim neuen Job!

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2k oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.01.2019 14:56:18


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