Deutscher Gewerkschaftsbund

Werkstudentenjob Abrechnung

Guten Morgen liebes Students at work Team,
ich habe eine Frage bzgl. meines Werkstudentjobs.
Seit gut 3 Jahren bin ich in der Firma a als Werkstudent tätig. Meine wöchentliche Arbeitszeit beläuft sich auf 12 Stunden, überwiegend in den Abendstunden (18-22 Uhr) unter der Woche und an 3 Samstagen im Monat. Mein Bruttoentgelt beträgt hier etwas 950€.
Nun habe ich die Möglichkeit eine zweite werkstudentische Tätigkeit aufzunehmen. Die wöchentliche Arbeitszeit würde hier bei 8 Stunden liegen, um unterhalb der 20 Stunden Grenze zu bleiben . Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 8 Stunden würde das Bruttoentgeld bei ca. 350€ liegen. Würde diese Tätigkeit nun in die Regelung eines Minijobs fallen? Würde diese Tätigkeit automatisch als Minijob abgerechnet werden ?
Könnte ich demnach auch mehr als 8 Stunden die Woche arbeiten, solange mein Bruttoengeld unter 450€ bleibt, ohne das mein Werkstudentenstatus berührt wird ?
Und wie verhält es sich mit meiner Arbeitszeit aus Firma a die ich Samstagsleiste ? Wird diese Arbeitszeit überhaupt zu den 20 Stunden, die man als Werkstudent leisten darf, dazu addiert ?

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Lucas: 08.01.2019 08:46:14 |
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  • RE: Werkstudentenjob Abrechnung

    Hallo Lucas,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Ein Job, in dem du nicht mehr als 450€/Monat verdienst, ist ein Minijob und muss auch als solcher angemeldet werden. Auf dein Gehalt aus dem Minijob fallen dann lediglich 3,6% Rentenversicherungsbeiträge an, von denen du dich auf Antrag auch befreien lassen kannst, erwirbst dann aber dementsprechend keine Rentenansprüche daraus. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge
    Dich korrekt anzumelden, ist Aufgabe deiner Arbeitgeber_innen, das läuft dann insofern automatisch, als dass die dich selbstverständlich entsprechend der gesetzlichen Regelungen anmelden müssen. Was du tun musst, ist ihnen alles für deine Anmeldung relevante mitzuteilen, insbesondere andere Jobs und deine Immatrikulationsbescheinigung.

    Für den Minijob selbst ist es dabei egal, ob du insgesamt mehr als 20h/Woche arbeitest oder nicht, da die Minijiobregelungen unabhängig vom Studierendenstatus in der Sozialversicherung (SV) sind.
    Für deinen ersten Job ist es aber relevant, da bei der Ermittlung deines Status als Werkstudent in der SV die Arbeitszeit aus allen Jobs zusammengerechnet wird.

    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen.
    Solange du als Vollzeit immatrikulierter Student insgesamt nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du im ersten Job in der SV als Werkstudent angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat)
    Arbeitest du insgesamt mehr als 20h/Woche, müsstest du im bisherigen Werkstudijob voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet werden. Dann würden von deinem Gehalt dort anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger, in deinem Fall aber zumindest nicht wirklich teurer als der Status als Werkstudent. Außerdem würdest du dann auch Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System erwerben, auf die du als Werkstudent nicht erwirbst (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina
    Es gibt dann zwar auch noch Ausnahmeregelungen, nach denen du mehr als 20h/Woche arbeiten kannst, ohne dass der Werkstudistatus entfällt, das ist aber nur dann möglich, wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete (!) Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen in die Semesterferien, auf abends, nachts oder das Wochenende fällt. Da du aber schon deutlich länger und regelmäßig am Wochenende arbeitest, zählt diese Arbeitszeit auch in die 20h-Regel mithinein. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xh

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 10.01.2019 14:38:30


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