Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubspause

 Winterpause- keine Onlineberatung

Wir versuchen immer so schnell es geht zu helfen, aber auch wir brauchen mal Urlaub. Daher findet vom 21.12.18 bis 7.01.2019 keine Onlineberatung statt.

Für schnelle und direkte Hilfe schaut einfach persönlich vorbei. Die Öffnungszeiten unserer lokalen Hochschulinformationsbüros und Campus-Offices findet ihr direkt vor Ort.

Nach der Urlaubspause beantworten wir Eure Anfragen chronologisch. Habt bitte Verständnis für Wartezeiten.

Anstellung Masterarbeit und Promotion

Hallo,
ich fange ab Oktober meine Masterarbeit in einem Unternehmen an. Da meine Arbeit noch nicht klar ist, ist auch noch nicht sicher, ob ich in die Auflagen des Mastervertrages rein passe. Wahrscheinlich wird es eher auf einen Werkstudentenvertrag hinaus laufen. Dieser ist dann auf ca. 20 Wochenstunden angesetzt. das kann aber monatlich flexibel eingeteilt werden, sodass ich manchmal unter 20 und manchmal über 20 stunden wein werde. Wie muss ich denn das mit der Krankenversicherung klären? und gibt es hier steuerliche oder sonstige Auflagen?
Nach der Masterarbeit werde ich wahrscheinlich dort Promovieren. noch ist auch hier nicht sicher wie viele Stunden. Wie flexibel bin ich hier bei Sozialversicherung und Steuern?

Vielen Dank vorab und viele Grüße

Cora: 09.08.2018 14:18:08 |
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  • RE: Anstellung Masterarbeit und Promotion

    Hallo Cora,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Erstmal grundsätzlich: Auch als Studentin darfst du so viel arbeiten und verdienen, wie du möchtest. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Je nach Umfang und Art der Beschäftigung und je nach Einkommenshöhe, musst du nur entsprechend in der Sozialversicherung angemeldet werden. Das ist Aufgabe der Arbeitgeber_innenseite. Nur wenn du dich selbst studentisch krankenversichern musst, musst du dich um diesen Aspekt selber kümmern.

    Beim sogenannten Werkstudent_innenstatus handelt es sich um einen Status innerhalb der Sozialversicherung (SV), den Vollzeitstudent_innen i.d.R. immer dann innehaben, wenn sie nicht mehr als 20h/Woche arbeiten https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Dabei wird die sogenannte 20h-Regel als Orientierungsgrenze herangezogen:
    Arbeitest du als Vollzeit immatrikulierte Studentin nicht mehr als 20h/Woche, wirst du in der SV als Werkstudentin angemeldet. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, nicht aber in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Krankenversichern musst du dich dann selbst auf eigene Kosten und arbeitslosenversichert bist du gar nicht.
    Kosten: 9,3% RV vom Gehalt + eigene KV/PV (studentisch ca. 90€/Monat)

    Arbeitest du mehr als 20h/Woche, wirst du als Arbeitnehmerin voll sv-pflichtig angemeldet. Dann werden von deinem Gehalt anteilig Beiträge in die RV, KV, PV und AV abgeführt.
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, keine weiteren Kosten für KV/PV.

    Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudentin. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina
    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.

    Sollte es doch zu einem Masterand_innenvertrag kommen, ist Einkommen daraus grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Die 20h-Regel spielt dann auch keine Rolle. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XhT

    Im Promotionsstudium bist du ab einer Gehaltshöhe von 450,01€/Monat grundsätzlich voll sv-pflichtige Arbeitnehmerin. In der SV gibt es da keine Sonderregelungen analog zum Werkstudierendenstatus.

    Bei den Steuern hängt es nur davon ab, wieviel du verdienst. Egal ob Werkstudentin, Masterandin oder promovierend: Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung). Erst wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und auch nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB
    Ggf. zu viel eingezogenen Steuern kannst du am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQM

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2Y oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 09.08.2018 14:49:28


  • Werkstudenttätigkeit

    Hallo, ich habe Mal auch eine Frage.

    Ich werde ab September als Werkstudentin in einem Unternehmen eingestellt (18 Stunden pro Woche). Neben bei würde ich gerne als Teilzeitkraft - 20 Stunden die Woche wo anders arbeiten - Abends von 17 bis 21 Uhr. Ist das überhaupt möglich? wie wäre dann die Lösung falls ich nur als Abrufkraft für 450 € angemeldet wäre (ich meine die zweite Tätigkeit), darf ich weiterhin mein Werstudentenstatus einbehalten?

    Es gibt eine Ausnahme Regelung mit abends, nachts und Wochenende. Wann fängt aber das Abend an? Könnten Sie mir die Regelung genauer erläutern?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Urszula :)

    Urszula: 10.08.2018 07:53:37


  • RE: Anstellung Masterarbeit und Promotion

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Zunächst einmal gilt, dass du auch als Studentin so viel arbeiten darfst, wie du (innerhalb der Grenzen des Arbeitszeitgesetzes) möchtest. Du musst nur die Folgen in der Sozialversicherung bedenken.

    So gibt es für Studierende den von dir bereits angesprochenen Werkstudierendenstatus. Dieser besagt, dass du aus deinem Arbeitseinkommen lediglich in die Rentenversicherung (in Höhe von 9,3 Prozent für dich als Arbeitnehmer_in, deine Arbeitgeber_innen zahlen ebensoviel für dich ein) einzahlen musst, wenn dein Studium zeitlich im Vordergrund steht. Davon wird ausgegangen, wenn du regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Es zählt dabei immer die gesamte Arbeitszeit aus allen Jobs. Abends und nachts, am Wochenende, in der vorlesungsfreien Zeit sowie im Rahmen einer kurzfristigen Tätigkeit darf auch mehr gearbeitet werden, wenn das Studium insgesamt noch im Vordergrund steht.
    Dafür wird die 26 Wochen Grenze heran gezogen: Im Zeitraum von einem Jahr (vom Ende der aufzunehmenden Tätigkeit her rückwärts betrachtet) darf in nicht mehr als 26 Wochen über 20 Stunden gearbeitet werden. Dabei werden alle Tätigkeiten mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit betrachtet - unabhängig des Sozialversicherungsstatus. Ab Zeitpunkt des Überschreitens der Grenze würde volle Sozialversicherungspflicht eintreten. Mehr zu den Hintergründen, Ausnahmen und Regeln: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    Wann genau abends/nachts anfängt, ist in dem entsprechenden Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherung nicht genau geregelt. Nachtarbeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes würde 23-6 Uhr meinen. Im Zweifelsfall solltest du bei deiner Krankenversicherung anfragen, wie sie das einschätzen. Denn dort muss im Endeffekt entschieden werden, wie du versichert wirst.

    Neben einer Beschäftigung im Werkstudierendenstatus kannst du einen Minijob ausführen. Letzterer bleibt im Minijobstatus, solange die Einkommensgrenze in Höhe von 450 Euro monatlich nicht überschritten wird. Bedenke jedoch, dass die Arbeitszeit aus dem Minijob bei der Betrachtung des Werkstudierendenstatus (siehe oben) mitgezählt wird!
    Mehr zu Minijobs auch hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße

    Matthias
    students at work

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    S@W: 13.08.2018 11:32:28


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