Deutscher Gewerkschaftsbund

Urlaubspause

 Winterpause- keine Onlineberatung

Wir versuchen immer so schnell es geht zu helfen, aber auch wir brauchen mal Urlaub. Daher findet vom 21.12.18 bis 7.01.2019 keine Onlineberatung statt.

Für schnelle und direkte Hilfe schaut einfach persönlich vorbei. Die Öffnungszeiten unserer lokalen Hochschulinformationsbüros und Campus-Offices findet ihr direkt vor Ort.

Nach der Urlaubspause beantworten wir Eure Anfragen chronologisch. Habt bitte Verständnis für Wartezeiten.

Studium+Minijob+Midijob

Hallo,
Ich bin schon seit 2 Tagen dabei mich im Internet über meine zukünftigen Pläne schlau zu machen, aber es ist doch ein sehr komplexes Thema und vorallem, dass sich alle paar Jahre etwas ändert macht viele Infos nutzlos. Hier mein Plan: ich studiere zurzeit und übe parallel einen Minijob aus. Jetzt möchte ich aus diesem Minijobverhältnis in ein Midijobverhältnis wechseln und mich dementsprechend selber bei meiner Krankenkasse der aok versichern. (Frage 1: Was mache ich zuerst, mich bei der KK ummelden oder meinen Arbeitsvertrag ändern?) Ich werde ungefähr 19 Stunden die Woche arbeiten, allerdings ist das nicht ganz genau festzulegen und könnte auch regelmäßig mehr werden. Die Arbeitsstunden liegen aber alle nach 17 Uhr bis in die Nachtstunden hinein (Frage 2: So kann ich davon ausgehen nur meinen Studententarif zahlen zu müssen, nicht zusätzlich aber noch etwas wegen meiner Arbeit, oder? Also keine Pflegeversicherung etc. ). Soweit ist es noch recht übersichtlich. Jetzt möchte ich aber noch zusätzlich dazu einen Minijob annehmen. (Frage 3: Muss ich die Stunden die ich dort leiste für die Stunden Regel der Krankenkasse berücksichtigen oder fällt das ganz raus da es nur über die Minijobzentrale läuft?) (Frage 4: muss ich die Verdienste des Minijobs anrechnen wenn ich ermitteln will ob ich über den Steuerfreibetrag komme oder zählt da nur mein lohnsteuerpflichtiger Midijob?) (Frage 5: da es meine erste Ausbildung ist ändert sich für meine Eltern weder in Bezug auf Kindergeld noch auf steuerliche Vorteile etwas, oder?) (Frage 6: Ich kann davon ausgehen bis zu einem jährlichen Verdienst von ca 10 000 Euro keine Steuern zahlen zu müssen, auch ohne so etwas wie Studiengebühren absetzen zu müssen, oder? [9000€ frei + Pauschale von 1000€])
Vielen Dank im Vorraus,
Hans

Hans: 07.08.2018 13:53:37 |
Tags:
  • RE: Studium+Minijob+Midijob

    Hallo Hans,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    1. Für deine korrekte Anmeldung in der Sozialversicherung (SV) ist dein_e Arbeitgeber_in zuständig.
    Nur wenn du dich selbst studentisch krankenversichern möchstest/musst, musst du das selbst machen. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQz

    2. Wenn du regelmäßig mehr als 20h/Woche arbeitest, wirst du über den Job voll sozialversicherungspflichtig. Eine studentische Pflichtversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung (die gilt auch für Student_innen) ist dann nicht mehr nötig.
    Von deinem Gehalt werden dann nicht nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen, sondern auch in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV).
    Kosten: Insgesamt knapp 20% SV-Abgaben vom Gehalt, dafür keine weiteren Kosten für KV/PV (anstatt 9,3% RV im Werkstudistatus + ca. 90€ stud. KV/PV).

    Im Midijob ist eine volle SV-Pflicht für dich also sogar finanziell günstiger als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I). https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​ina
    Zudem werden im Midijob (bis 850€/Monat) die Beiträge anhand der Gleitzonenformel für dich günstiger berechnet. (Das macht auch alles dein_e Arbeitgeber_in) https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhb

    3. Arbeitszeit aus weiteren Beschäftigungen (egal ob Minijob oder etwas anderes) wird immer in die 20h-Regel miteingerechnet (solange nicht eine der Ausnahmeregelungen greift).

    Ausnahmen von der 20h-Regel gibt es bei Wochenend- und Abend-/Nachtarbeit nur, wenn es sich um einen auf maximal 26-Wochen im Jahr befristeten Job handelt oder du in den Semetserfreien mehr arbeitest. Da du den Job aber schon länger machst und dauerhaft Stunden aufstockst, fällt das raus. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xhi

    4. Minijobs werden in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge
    Nur wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs über deine Steuer-ID hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.
    Du kannst dann aber am Jahresende mit einer Steuererklärung sämtliche zu viel eingezogenen Steuern wieder zurückbekommen.

    Welche Variante für dich günstiger kommt, hängt davon ab, was du insgesamt verdienst und was du eventuell an Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen oder zusätzlichen Freibeträgen geltend machen kannst.
    Die Pauschalsteuer kannst du nämlich nicht mit einer Steuererklärung zurückbekommen, über die Steuer-ID zu viel eingezogene Steuern aber ggf. schon. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Die in 2. genannten Sozialversicherungsbeiträge gehen auch nur von dem Midijob ab, Minijobs sind bis auf 3,6% RV sozialversicherungsfrei!

    5. Auf deinen Kindergeldanspruch hat in deiner Erstausbildung weder dein Einkommen noch deine Arbeitszeit einen Einfluss. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xmm
    Ob dein Einkommen Auswirkungen auf steuerliche Vorteile deiner Eltern hat, weiß ich nicht. Bei Unsicherheiten können sich deine Eltern bei Steuerberater_innen oder (günstiger) bei Lohnsteuerhilfevereinen Unterstützung holen.

    6. Der Steuergrundfreibetrag beträgt für alle grundsätzlich 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung). Erst wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – und auch nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​XQB

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich persönlich in einem unserer Büros in deiner Nähe beraten lassen https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​X2J oder dich auch gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    Dies ist ein Service deiner Gewerkschaft, bitte empfiehl uns weiter und like uns auf Facebook! https:/​/​www.facebook.com/​dgb.studentsatwork

    S@W: 07.08.2018 14:50:38


  • RE: Studium+Minijob+Midijob

    Danke für die ausführliche Antwort.. die hat mir schonmal weitegeholfen. Jetzt habe ich aber einen konkreten Minijobi in Aussicht, bin in den Midijob gewechselt, werde Sozialabgaben entsprechend der Gleitzone bezahlen und stehe wieder auf dem Schlauch. Ich bin von einer Pauschalversteuerung des Minijobs ausgegangen und davon, dass ich den damit komplett "vergessen" kann, was die ganzen Steuerngelegenheiten angeht. Jetzt will der Arbeitgeber des Minijobs jedoch meine Steuerkarte vorgelegt haben, meine Steuerklasse wissen etc. ... das alles klingt für mich nach Versteuerung über die Lohnsteuerkarte statt einer Pauschalversteuerung. Im Internet finde ich wieder nur viel bruchstückhaftes, dass ich nicht schaffe zu einem Ganzen zusammenzusetzen.
    1. Muss ich eine Steuererklärung machen, die Versteuerung des Minijobs auf diese Weise vorgenommen wird, statt einer Pauschale? Das wurde auf einer Seite geraten. Ich würde aber natrürlich lieber drum herum kommen.
    2. Ich bin jetzt die ganze Zeit davon ausgegangen, keine Steuern zahlen zu müssen, da mein Einkommen aus dem Midijob unter dem Freibetrag liegt. Wenn der Minijob mitzählt sieht das aber schon wieder ganz anders aus, dann liege ich bei über 12000 € im Jahr. Wenn ich, wie ich es auch irgendwo gelesen habe bei dem Minijob automatisch in Klasse 6 rutsche, weil ich mit dem Midijob in Klasse 1 bin lohnt es überhaupt nicht mehr ... was davon wird passieren?
    3. Ich gehe doch richtig in der Annahme, dass ich bei einem Midijob und einem Minijob für zweiteren in keinem Fall Sozialabgaben fällig werden oder? Das ist erst der Fall, wenn man mehrerer Minijobs zusätzlich zum Midijob annimmt, richtig?
    Ich möchte ausziehen und komme einfach nicht zu einem abschließenden Ergebnis mit welchen Summen ich rechnen kann..
    Vielen Dank im Vorraus,
    Hans

    Hans: 08.10.2018 11:09:17


  • RE: Studium+Minijob+Midijob

    Hallo Hans,

    steuerlich werden Minijobs in der Regel pauschal mit 2% versteuert. Das Gehalt daraus zählt dann nicht in den Steuerfreibetrag mit hinein, sondern kann quasi obendrauf dazuverdient werden. Es ist aber auch möglich, einen Minijob über die Steuer-ID abzurechnen.
    Wenn der Minijob über deine Steuer-ID abgerechnet wird, fällst du dort in Steuerklasse 6. Das ist immer dann der Fall, wenn du mehrere Jobs hast, von denen nur einer über die Lohnsteuerklasse (LSK) 1 abgerechnet werden kann.
    In der LSK 1 ist dein Steuergrundfreibetrag von 9000€/Jahr (plus ggf. 1000€ Werbungskostenpauschale bei abhängiger Beschäftigung) eingetragen, so dass du bis zu einer gewissen Einkommenshöhe im ersten Job keine Steuereinzüge hast.
    Auf LSK 6 ist in der Regel kein Freibetrag eingetragen, so dass du dort ab dem 1. ct besteuert wirst. So kann es auch zu Steuereinzügen kommen, selbst wenn du insgesamt unterhalb des Freibetrags bleiben solltest.

    Welche Variante für dich günstiger kommt, hängt davon ab, was du insgesamt verdienst und was du eventuell an Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen oder zusätzlichen Freibeträgen geltend machen kannst.
    Die Pauschalsteuer kannst du nämlich nicht mit einer Steuererklärung zurückbekommen, über die Steuer-ID zu viel eingezogene Steuern aber ggf. schon. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​inb

    Wenn dir eventuelle Einbußen durch die Pauschalversteuerung egal sind und du dir lieber die Steuererklärung sparen willst, kannst du die_den Arbeitgeber_in auch einfach darum bitte, den Minijob pauschal zu versteuern und die 2% selbst zu bezahlen. Ich sehe keinen Grund, warum das nicht möglich sein sollte (wieviel Steuern von deinem Gehalt abgeführt werden, ob 2% pauschal oder über deine LSK 6, macht für die Arbeitgeber_innenseite ja keinen Unterschied).

    Unabhängig von der Art der Versteuerung: selbstverständlich bleibt dein Minijob bis auf 3,6% Rentenversicheruingsbeitrag sozialversicherungsfrei. Nur wenn du neben dem Midijob mehrere Minijobs hast, werden diese bis auf den zeitlich zuerst aufgenommenen Minijob sozialversicherungspflichtig. https:/​/​jugend.dgb.de/​-/​Xge

    Beste Grüße
    Andrea
    students at work

    S@W: 08.10.2018 11:25:17


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