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Werkstudent Überstunden

Hallo,

ich habe folgende Frage:

Ich arbeite 20h pro Woche. Reize also den gesetzlichen Rahmen einer Werkstudententätigkeit vollständig aus.

Jetzt möchte ich den Job wechseln habe aber einiges an Überstunden gesammelt. 

Kann ich mir die Auszahlen lassen oder würde ich so die gesetzliche Regelung überschreiten und mir große Probleme bereiten da mein Studium nicht mehr im Vordergrund steht?

Vielen Dank

Timo: 18.05.2020 |
  • RE: Werkstudent Überstunden

    Hallo Timo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bei der sogenannten 20h-Regel handelt es sich nicht um eine gesetzliche Verbotsgrenze, sondern lediglich um eine (auf Rechtsprechung basierende) Orientierungsgrenze innerhalb der Sozialversicherung (SV) zur Ermittlung deines Status dort. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.

    Ausschlaggebend für die Ermittlung deines SV-Status ist deine regelmäßige Arbeitszeit (einzelne Spitzen spielen in der Regel keine Rolle) und daran orientiert, ob dein Studium im Vordergrund steht oder die Arbeit.
    Dabei wird davon ausgegangen, dass das Studium im Vordergrund steht, wenn du als Vollzeitstudent nicht mehr als 20h/Woche arbeitest (Ausnahmen sind in der vorlesungsfreien Zeit und unter bestimmten Umständen bei Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit möglich).
    Dann wirst du im Job als Werkstudent angemeldet. Arbeitest du regelmäßig mehr als 20h/Woche, wirst du im Job voll sv-pflichtig als Arbeitnehmer angemeldet.

    Der Unterschied:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen auf dein Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und du musst selbst die Kosten für die studentische KV (immerhin um die 100€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Du bist dann über den Job krankenversichert und zudem auch arbeitslosenversichert. Je nach Einkommenshöhe ist eine volle SV-Pflicht also sogar finanziell günstiger für dich als der Status als Werkstudent. Außerdem erwirbst du Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System (z.B. auf Krankengeld, Kurzarbeitsgeld oder später ggf. Alg I).

    Relevant ist deine tatsächlich geleistete regelmäßige Arbeitszeit. Arbeitest du z.B. über einen längeren Zeitraum jede Woche 25h, musst du voll sv-pflichtig angemeldet werden (auch wenn vertraglich nur 20h/Woche vereinbart waren). Da ich nicht weiß, wie deine Überstunden zustande kamen und in welchem Umfang du Überstunden angehäuft hast, ist es schwer einzuschätzen, ob du eventuell in deinem jetzigen Job derzeit falsch angemeldet bist oder ob die Überstunden für die Ermittlung deines SV-Status zu vernachlässigen sind.
    Wenn du bei einem Jobwechsel Überstunden aus dem alten Job ausgezahlt bekommst, ist das aber sicher für den neuen Job irrelevant. Solange du dort nicht mehr als 20h/Woche arbeitest, bist du dort als Werkstudent anzumelden. Die Überstunden hast du ja bereits vor Jobaufnahme erarbeitet, sie spielen für den neuen Job keine Rolle.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 19.05.2020


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