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Werkstudent oder Teilzeit/Vollzeit arbeiten

Hallo,

Aktuell bewerbe ich mich auf diverse Werkstudententätigkeiten.
Meine Fage wäre, ob sinnvoller wäre Teilzeit mit 20-30 Wochenstunden zu arbeiten. Damit wäre ich ja vollsozialversicherungspflichtig. Aktuell zahle ich auch ungefähr 150€ für die Krankenversicherung. 

Frage 1: Bringt mir die Werkstudententätigkeit überhaupt noch Vorteile aufgrund der Krankenversicherung?

Frage 2: Würde ich ab 20 Std - 40 Std Arbeit die Woche, von der Uni exmateinuliert werden? 

Frage 3: Darf man neben einer Werkstudententätigkeit von 20 Std. noch einer kurzfristigen Beschäftigubg nachkommen, wenn man damit die 20 Std Wochengrenze überschreitet?

Mit einer Antwort würden Sie mir sehr helfen und ich bedanke mich bereits im Vorraus. 

Flocki29: 14.02.2020 |
Tags:
  • RE: Werkstudent oder Teilzeit/Vollzeit arbeiten

    Hallo,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    1. Wenn du bereits freiwilig krankenversichert bist, ist die volle Sozialversicherungspflicht für dich finanziell günstiger als der Werkstudieredenstatus.

    Der Unterscheid:
    Im Werkstudent_innenstatus fallen aufs Gehalt 9,3% Rentenversicherung (RV) an und man muss selbst die Kosten für die frewillige KV (mit der Pflegeversicherung zusammen immerhin um die 180€/Monat) tragen. Bei voller SV-Pflicht sind es statt nur RV insgesamt zwar knapp 20% in die Sozialversicherung vom Gehalt, dafür fallen aber keine weiteren Kosten für die KV an. Außerdem kannst du so Ansprüche auf Leistungen aus dem SV-System erwerben, auf die Werkstudent_innen sonst keinen Anspruch haben (z.B. auf Krankengeld oder später ggf. Alg I).

    2. Der Werkstudent_innenstatus und die 20h-Regel sind nur in der Sozialversicherung relevant. Auf deinen Status innerhalb der Uni hat das keinen Einfluss.
    Du kannst dich allerdings bei Verzögerungen im Studium nicht darauf berufen, dass du viel arbeiten musst(est), so dass es eventuell (je nach Studien- und Prüfungsordnung oder Hochschulsatzung) zu einer Exmatrikulation kommen kann, wenn du nicht die vorgeschriebenen Leistungen erbringst.

    3. Das ist möglich, hängt aber von der Lage deiner Arbeitszeit ab. Der Werkstudent_innenstatus bleibt  in der Regel nur dann bei einer Arbeitszeit von über 20h/Woche erhalten, wenn die über der 20h/Woche liegende Arbeitszeit in maximal 26 Wochen im Jahr durch befristete Beschäftigungen/Arbeitszeiterhöhungen auf abends, nachts oder das Wochenende fällt. Wochen mit einer Arbeitszeit von über 20h in den Semesterferien zählen auch in die 26 Wochen mit hinein.

    Und noch ein Hinweis: Im Zuge des MDK-Reformgesetzes wurde zu Januar 2019 die Begrenzung der studentischen Krankenversicherung auf 14 Fachsemester gestrichen. Jetzt gilt nur noch die Altersgrenze von 30 Jahren. Du kannst also bis du 30 wirst, wieder zurück in die studentische Krankenversicherung! Wende dich am besten direkt an deine Krankenkasse.
    Ob dann der Status als Werkstudent_in für dich wieder finanziell günstiger wird als die volle SV-Pflicht, hängt von der Höhe deines Einkommens ab. Bis ca. 1000€/Monat brutto ist die volle SV-Pflicht finanziell günstiger als Werkstudistatus plus studentische KV.
    Aber auch dann, wenn du mehr verdienst und es im Vergleich finanziell vielleicht etwas teurer wird, kann sich die volle SV-Pflicht wegen der damit verbundenen SV-Leistungen noch lohnen.

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 14.02.2020


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